Wintersonnenwende

ab heute Nacht geht es wieder bergauf… denn die Nacht vom 21.12. auf den 22.12. ist die längste Nacht des Jahres.
Der wichtigste Wendepunkt im Jahreskreislauf ist damit erreicht und wir feiern das große, bedeutende und heilige Fest der längsten und dunkelsten Nacht des Jahres, in der das Licht(kind) von der großen Mutter Erde neu geboren wird.

Ein ganz besonderes Schauspiel wird da in Irland geboten. Newgrange, eine spektakuläre steinzeitliche Grabanlage im Boyne Valley, ist eines der ältesten Zeugnisse menschlicher Zivilisation – mit 5.200 Jahren sogar älter als Stonehenge oder die Pyramiden in Ägypten und seit Anfang der 90er Jahre Teil des Weltkulturerbes.
Angesichts der baulichen Perfektion (die Steine über den Grabkammern wurden z. B. so aufgeschichtet, dass Regenwasser an der Außenseite abläuft und es innen immer trocken bleibt und des unfassbaren Alters dieses Bauwerks, bleibt einem schon mal der Mund offen stehen.

Zur Zeit der Wintersonnenwende drängen sich jedes Jahr die Glücklichen, die bei einer Lotterie unter tausenden Teilnehmern ausgewählt wurden, um das Lichtschauspiel zu erleben.
Einen Augenblick lang sieht man dann einen Lichtstrahl, entstanden durch das Zusammenwirken megalithischer Baukunst und der Natur. Er fällt durch ein „Fenster“ über dem Eingang und schlängelt sich dann durch den 19 Meter langen Gang um schließlich die hintere Grabkammer zu erhellen.
Man bekommt Gänsehaut und das ist noch untertrieben …

Leider gehörte ich nicht zu den Glücklichen, die so einen Lotterieplatz ergattert hatten, als ich Newgrange und den Osten Irlands im Jahr 2007 bereiste, um das Schauspiel „in echt“ zu sehen.
Aber alle Besucher können eine Simulation der Wintersonnenwende auch zu anderen Jahreszeiten erleben, allerdings nur wenn man im Besucherzentrum eine entsprechende Führung bucht – allein darf man das Grab ohnehin nicht betreten.
Ein orangefarbener Lichtstrahl erzeugt dann den Effekt künstlich. So bekommt man einen kleinen Eindruck des faszinierenden Schauspiels. Kein Wunder, dass Legenden besagen, dass hier Cú Chulainn, der Held der irischen Mythologie, gezeugt wurde.

Mehr über Brauchtum und Bedeutung der Wintersonnenwende könnt ihr hier nachlesen

P.S.  die Heizung läuft noch immer und der kleinen Maus geht es auch wieder gut !  Vielleicht sollte ich gerade in dieser besonderen Nacht zu allen Göttern beten und um dauerhafte Wärme und Schutz bitten ! Vielleicht hilfts ja….. ♥

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3 Comments

  1. Ingrid

    22/12/2018 at 12:23

    Das muss ja wirklich traumhaft schön sein, so etwas zu erleben…

    Jetzt geht es wieder dem Frühling entgegen, die Tage werden länger, aber nur sehr langsam, ich habe nachgesehen:
    Vom 22. 12. – 31.12. nimmt der Tag nur um 4 Minuten zu… Viel zu langsam, finde ich.

  2. annelie

    22/12/2018 at 10:52

    Es war damals ein tolles Erlebnis… normalerweise bekomme ich ja Platzangst, aber ich habe all meinen Mut zusammen genommen und hab es geschafft. Das wollte ich unbedingt besichtigen und erleben… und es ist gut gegangen !

  3. Hans-Georg

    22/12/2018 at 8:10

    Solche „Fenster“ gibt es ja an mehreren uralten Stätten. Ich bin ziemlich beeindruckt von solchen Dingen.
    Und jetzt geht es langsam wieder in Richtung Frühling. Vielleicht gibt es heute schon Weihnachtstulpen zu kaufen.

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