geknipst, gekocht
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Roode Grütt

wenn man dem Wettermann Glauben schenken soll, dann wird es wohl noch länger sommerlich bleiben !
Seit Tagen haben wir hier im Norden ja schon einen kleinen „Vorgeschmack“ auf Sommer, Sonne und warme Temperaturen … man sagt, der sommerlichste Mai seit Langem !

Wie wärs denn heute mal mit einem meiner Sommer-Lieblings-Rezepte ?
Hier bei uns im Norden gehört zum Sommer unbedingt Rote Grütze oder „Roode Grütt“ wie wir sagen.
Und dabei meine ich nicht die Fertige aus dem Supermarktregal, sondern die selbstgekochte, die noch so richtig nach „Sommer-Oma-Landleben“ schmeckt.
Die Früchte gibt es ja zwar jetzt noch nicht „frisch vom Strauch“ – aber es geht auch sehr gut mit tiefgefrorenen Beeren wenn ihr keine frischen im Laden bekommt.

Sogar ein Gedicht von Hermann Claudius gibt es über diese leckere Süss-Speise:

Roodegrütt

Roodegrütt! Roodegrütt!
Kiek mol, wat lütt Hein hüt itt.
Allns rundüm hett he vergeten.
Roodegrütt, dat is en Eeten!
Roodegrütt!

In de Schol de letzte Stünn
Kunn he sick ob nicks besinn,
un in Bookstabeern und Lesen
is he lang so dumm nich wesen.
Man he keem bi dat un düt
Jümmer mank de Roodegrütt,
Roodegrütt!

„Na, lütt Heini, noch en beten?“
Mutter het hüt veel to möten.
Hans un Hein un Stin und Gret
Eet, as güng dat üm de Wett,
Roodegrütt!

Leddig is de grote Grapen –
Greten ilt, em uttoschrapen.
Heini man, de lütte Deef,
hölt mit beide Hann den Sleef:
Wat dor allns noch binnen sitt!
Roodegrütt!

 

500g rote und 200g schwarze, abgestribbelte Johannisbeeren,
250g ausgesteinte Sauerkirschen
250g Himbeeren
250g Erdbeeren,
250g Zucker,
Saft von einer Zitrone
75 Gramm Kartoffelmehl od. Weizenstärke.

Die Johannisbeeren mit 1 Liter Wasser zum kochen bringen.
Gute 15 Minuten kochen lassen und dann durch ein Sieb streichen.
Den so gewonnenen Johannisbeersaft und die Kirschen weitere 15 Minuten gut durchkochen.
Danach die Himbeeren dazu geben.  Himbeeren können gar nicht genug in die Rote Grütze!
Das Kartoffelmehl mit dem Zitronensaft glattrühren.
Nun muss der Topf vom Feuer!
Das angerührte Kartoffelmehl schnell unterrühren und dann alles kurz wieder aufkochen lassen.
In eine mit kaltem Wasser ausgespülte Schüssel geben.
Die Grütze darf nicht steif werden und muss cremig bleiben!

Dazu kann man angeschlagene Schlagsahne oder Vanillesauce reichen.
Allerdings: ich esse sie oft auch nur einfach mit kalter, frischer Vollmilch.
Auch Vanilleeis ist sehr lecker dazu 😉

Gar nicht so einfach ein Rezept aufzuschreiben, das frau sonst so „aus dem Handgelenk“ kocht…
und zugegeben, ganz schön viel Arbeit wenn man die Grütze fertig portioniert im Supermarkt kaufen könnte – aber….der Aufwand lohnt sich – ihr werdet keine andere Grütze mehr essen wollen als die selbstgekochte!

Guten Appetit!
eure ♥ Anne

4 Kommentare

  1. Ja, das stimmt liebe Anne, die selbstgemachte schmeckt sehr viel besser. Ich mache die auch immer, aber meistens erst dann, wenn ich die Erdbeeren vom Feld habe, weil ich dann erst daran denke, aber die gefrorenen Früchte schmecken genauso gut und die anderen sind bei mir dann auch immer gefroren. Guten Appetit und genieße die Sonne. Ich werde mit meinem Porsche heute mal über das Seestadtfest brettern:-).

    liebe Grüsse
    Brigitte die Weserkrabbe

    • annelie sagt

      viel Spaß !
      schön, das du damit jetzt so mobil bist 😉 freu mich für dich ! ♥

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