mal nachgefragt..

im TV gab es kürzlich einen Beitrag, in dem die Frage aufgeworfen wurde:
warum sind die Mitmenschen nur so unhöflich und unfreundlich geworden? Was ist der Grund für dieses unmögliche Verhalten? Ist es wirklich nur Stress oder schlechte Erziehung?
Ist es ein Generationsproblem?
Kann nicht sein, denn ich erlebe meistens ältere Semester, die muffelig und unhöflich sind. Leider zeichnen sich da auch oft Männer mittleren Alters durch besonders unmögliches Verhalten aus.
Was ist denn so schlimm daran, mal eine Tür offen zu halten und sie nicht dem nachkommenden Menschen vor den Kopf knallen zu lassen?
Oder einfach mal den anderen zuerst aus dem Laden gehen zu lassen anstatt sich an ihm in der engen Türfüllung vorbeiquetschen zu wollen – frei nach dem Motto ‚Platz da, jetzt komm ich!‘ ?
Tut es weh, höflich und freundlich zu sein?
Ein ganz tolles Beispiel bot sich neulich im Wartezimmer meines Arztes:
ein älterer Herr versuchte verzweifelt in seinen Jackenärmel zu kommen….  die anderen anwesenden Herren schauten zu, verkrochen sich hinter der Zeitung oder mussten „gaaanz wichtig“ auf ihren Handys rumtippen….
auf meine Frage „darf ich Ihnen helfen?“  bekam ich ein entzückendes Lächeln und die Antwort : „oh gern, mir tut die Schulter so sehr weh“  –
es dauerte kaum 1 Minute – es tat mir nicht weh und ich habe ein wunderbares Lächeln geschenkt bekommen!
Ich könnte noch so viele Beispiele aufzeigen – von Familien- und Touristengruppen, die auf engen Fusswegen unbedingt neben einander gehen müssen, sodaß man auf die Strasse ausweichen muss – von ebenso nebeneinander Kinderwagen schiebenden Jungmüttern – von Radfahrern aller Altersklassen, die mit Affentempo auf Fusswegen angerauscht kommen und erwarten, man springt vor Ehrfurcht ins Gebüsch um nicht umgefahren zu werden  und und und….
Wobei ich das Thema Strassenverkehr dabei noch überhaupt nicht erwähnen möchte… 

Auch einige Hundebesitzer scheinen das Recht des Stärkeren bzw. grösseren für sich in Anspruch zu nehmen. Die eigentliche Selbstverständlichkeit, das man seinen freilaufenden Hund anleint wenn einem angeleinte Hunde entgegen kommen, wird von vielen Hundebesitzern geflissentlich ignoriert. Besonders liebenswert ist da die Sorte Hundebesitzer, die auf ihre Phones starren und ihre Umwelt völlig ignorieren, während ihr Hund unkontrolliert die Ungebung unsicher macht.
Ach ja, Handies ist so auch ein Thema für sich – aber das spar ich mir heute lieber … 😉

Warum gehen wir so miteinander um? Was treibt uns, normale Gesten der Höflichkeit und das Anstands einfach aus unserem Miteinander zu streichen?
Was vergibt Man(n) sich, wenn er einer Frau in den Mantel hilft oder mal bei einer schweren Tasche schnell mit zugreift um sie ins Auto zu stellen?
Ich habe darauf keine Antwort… ihr vielleicht?

9 Kommentare

  1. annelie

    Hallo ihr Lieben!
    Danke für eure Meinungen und die ausführlichen Kommentare. Ich freue mich, das ich nicht allein mit meiner Meinung bin und das es nicht nur meine Wahrnehmungen sind.
    Ich ärgere mich oft über dieses Verhalten, aber es macht wohl keinen Sinn sich länger damit zu beschäftigen. Es gibt ja auch noch nette und höfliche Menschen, und auch die habe ich in letzter Zeit getroffen – zum Glück !
    Nur leider bleiben die anderen einfach länger in der Erinnerung oder fallen mehr auf 😉

  2. Hier ist es natürlich nicht besser. Was soll man sich um andere kümmern, man ist doch selbst so sehr beschäftigt, wobei ich beim Handydrücken bin, was ja nicht zur Diskussion steht. Wenn man sich aber von der unfreundlichen Menge ein bisschen distanziert, kann man viele freundliche Lächeln sehen. Ich (im Rentenalter) habe z.B. gestern am Ausgang eines Warenhauses einer nachkommenden jungen Dame die Tür offen gehalten. Ich hätte mir einen so überraschten Blick nicht vorstellen können. Aber dann breitete sich ein Lächeln über das junge Gesicht und ich hörte laut und deutlich ein „Danke vielmals“.
    Herzlich, do

  3. Ja, liebe Anne, es ist manchmal ein Elend. Aber die Eltern – allgemein – sind hier wirklich schuld. Wenn die ihre Kinder nicht dazu anhalten, gewissen Höflichkeitsformeln in die Tat umzusetzen, haben wir keine Chance. Die Tochter unserer direkten Nachbarn geht immer muffelig und grußlos an uns vorbei und wird von ihren Eltern auch auf Festen nicht angehalten, den Anderen mal „Hallo“ zu sagen. Auch die „Dankeschön-Kultur“ hat sich erschreckend geändert. Ich wurde in meiner Kindheit dazu angehalten, mich für jedes Geschenk (egal welchen Wert es hatte) entsprechend und zackig zu bedanken. Heute wartet man bis der Arzt kommt. Wir haben bis dieses Jahr z.B. immer Ansichtskarten aus den Ferien an die gesamte Nachbarschaft geschickt. Nachdem ich die letzten Jahre immer nachhören musste, ob die Karte angekommen ist, haben wir diese Tradition dieses Jahr das erste Mal einschlafen lassen. Für das Geld, das die Ansichtskarten und die Briefmarken kosten gehen wir lieber in eine Bäckerei und holen uns ein paar leckere französische Teilchen. Haben wir mehr von 😉
    Und ich bin nicht mehr still und dezent, wenn mir irgendein Honk (Hauptschüler ohne nennenswerte Kenntnisse) unterwegs begegnet und sich stieselig verhält. Ich äussere mich deutlich hörbar: „Ihnen auch einen schönen Tag!“. Ich habe auch schon gebracht: „Bitte hinfallen – jetzt!“ Das ändert nichts, aber mir geht es direkt viiiel besser. LG – nicht ärgern – nur wundern – Elke

  4. Ich glaub auch nicht das es an einer bestimmten Generation oder an einem Alter in dem Sinne liegt. Bin ja nun „erst“ kurz vor Mitte 30 und ich erleb´s nicht anders.
    Für mich ist es selbstverständlich erst einmal offen und freundlich zu sein. Von wegen „so wie du´s in den Wald hinein rufst …“ Hab es nicht anders gelernt das man auch Fremde grüßt,insbesondere wenn man einen Raum betritt,das man in Bus oder Bahn auch seinen Sitzplatz hergibt,das man auch mal anderen hilft wenn nötig. Wie dein Bespiel aus der Arztpraxis.
    Wenn ich dann angepampt werde,man mir unfreundlich begegnet … tja dann kann ich immer noch entsprechend reagieren.
    Meine ehemaligen Nachbarn waren von der ziemlich unmöglichen Sorte,da verflog auch bei mir dann ganz schnell die normale Freundlichkeit. Sowas von ignorant,selbstgefällig und ja „asozial“ (anders kann man es nicht nennen) Da haben selbst mir die Ohren geschlackert. Kein Respekt vor nichts und niemand. Ein normaler Umgang war mit diesen Leute absolut unmöglich. Mir taten am Ende nur die Kinder leid. Denn sie werden genau das Verhalten von ihren Eltern lernen. Wie weit sie damit kommen werden,sei dahin gestellt.

    Liebe Grüße 😉
    Blackmoon

  5. Ja, Anne, das Thema hatten wir ja vor einiger Zeit schon mal. Aber es ist einfach nicht besser geworden. Dass es meist ältere Herrschaften sind, kann ich so nicht sagen. Irgendwie scheint ganz allgemein die Höflichkeit abhanden gekommen zu sein!
    Grüßle
    Ursel

  6. Erklären kann ich es auch nicht, nur die Beobachtung bestätigen. Leider sind es bei uns oft alte Leute, die der jungen Generation Unhöflichkeit vorleben. Da hilft nur, die eigenen Werte hochzuhalten und vorzuleben.

  7. Moin Moin Anne!

    Wenn ich darauf bloß auch eine Antwort hätte!
    Ich erlebe „Unhöflichkeiten“ auch von vielen Eltern. Für mich gehört eine Begrüßung, wenn man in irgendeinen Raum kommt, einfach dazu. Viele Eltern schlurfen herein, sagen weder Hallo noch Tschüß. Dementsprechend sind die Kinder auch so drauf. Ich provoziere dann immer einen Gruß, wenn Eltern etwas von mir wollen: „Hallooo erstmaaaal….“ Ich muss dazu bemerken, dass „meine“ Eltern zum größten Teil zu der etwas mittleren Altersklasse gehören
    Alle anderen Unhöflichkeiten erlebe ich auch zuhauf und wie du schon sagtest, es sind nicht die jungen Leute, dass ist oftmals das mittlere bis ältere Semester.
    Menschen werden immer abgestumpfter und ignoranter. Das ist ein trauriger Wandel in unserer Gesellschaft!

    Komm, dafür lächle ich dir jetzt mal zu 🙂

    Liebe Grüße

    Anne

  8. Ja, beobachten kann ich das auch. So wie letztens im Supermarkt mit dem älteren Herrn an der Fischtheke (hab ich im Blog geschrieben).
    Ich versuche selbst nicht so zu sein oder so zu werden. Heute auf dem Wochenmarkt, habe ich die älteren Leute vorgelassen, musste aber tw. selber erleben, das ich im Gespräch mit dem Marktbeschickern einfach ignoriert und unterbrochen wurde. Ich sag dazu nix. Im Gegensatz zu den Rentnern/Pensionären bin ich jemand, der noch einige Jahre im Berufsleben stehen wird und „Zeit“ habe. Das ich nebenbei jede Woche gute 400 km (pendel nach NRW) fahre, Haushalt und Haustiere versorge und auch noch Arzttermine und andere Dinge mit unterbringe, das erzähle ich keinem. Dann würde wieder eingeworfen werden, das man früher jeden morgen 1 Stunde durch Schnee, Eis und Wind zur Schule/Arbeit etc. musste – zu Fuß.
    Bei den jungen Leute merke ich das mit den Kinderwagen im Hausflur (Nachbarin bekommt Besuch von Tochter mit Enkel im Kleinkindalter), das ich noch nicht mal in den Keller komme, geschweige denn an den Briefkasten. Gesagt hat man mal was, aber dem wurde einmal nachgegangen und dann wieder vergessen. Ignoranz aller Orten :-/

  9. Wo du es sagst – mir ist das auch aufgefallen, gerade bei Männern. Die Kassierein fragt z.B., ob der Kunde den Bon wünsch. Als Antwort kommt ein kurzes und grummeliges „nein“. Da ich meistens mit Kreditkarte bezahle, versteht es sich von selbst, dass ich den Bon gern haben möchte. Ich antworte dann meistens: Ja gern.
    Wenn mir Leute entgegengekommen, die es nicht für notwendig halten, den Gehweg für entgegenkommende Personen ein wenig freizumachen, kann es schon mal passieren, dass ich plötzlich ein unkontrolliertes Zucken im Ellenbogen bekommen. Fahrräder müssen da manchmal magnetisch sein und die Fahrer müssen schon mal absteigen.

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