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Gedankensalat

Ich hab Lust, mein Leben umzukrempeln.
Es gefällt mir nicht mehr, so wie es ist und ich würde gern was ändern. Natürlich geht es mir nicht wirklich schlecht – das wäre Jammern auf hohem Niveau. Und auch der Spruch: „Millionen geht es schlechter als dir“ hilft mir nicht weiter – was nutzt mir im Moment dieses Wissen um die Befindlichkeiten von Millionen anderer Menschen in dieser Welt, wenn ich mit mir selbst hadere?
Und dann gibt es ja auch noch die Millionen, von denen ich denke, es geht ihnen so viel besser als mir….

Klar, es mangelt nicht an Ideen, ich möchte dies, ich möchte das… ich möchte noch so vieles vom Leben.
Pläne sind da – müssen eigentlich nur in die Tat umgesetzt werden.
Aber dann wieder dieses Zögern, zaudern…. ist es richtig was du da machen willst? Wie wird es dir dann „danach“ gehen?

Einziger Ausweg: endlich auch mal was tun dafür – einfach „machen“ – nicht immer nur Ausreden finden.
Aber genau das tu ich. Ich warte noch ab, ich zögere.

Ich versuche, immer die positiven Seiten zu sehen. Aber in Wahrheit verdränge ich Probleme nur.
Ich verdränge, dass dieses ganze Konstrukt, das sich „mein Leben“ nennt, früher oder später gegen einen Baum fährt.
Das ist mir alles bewusst, aber ich unternehme einfach nichts dagegen. Manchmal frag ich mich, wieso ich immerzu weglaufe und mich unter einem Berg von Vorwänden verstecke.
Ist es einfach nur Angst vor dem Neuen, dem nicht Wissen um das „und dann“ ?
Oder ist es einfach nur Bequemlichkeit: „eigentlich geht’s dir doch gut“ ?

Den Anfang machen oder ihn wenigstens finden…
Verfluchtes älter werden. Verfluchte Zukunftsangst, Wer hat den Mist eigentlich erfunden … ?

5 Kommentare

  1. Cor

    Veränderungen sind weitaus schwieriger als manche denken. Alles hängt mit dem Charakter (Erziehung, Erfahrungen, Alter usw) eines Menschen zusammen. Ich kann mir das Zögern und Zaudern ganz gut vorstellen, denn ich bin ähnlich gebaut. Träume hat jeder und nur wenige Menschen sind so resolut dass sie diese verwirklichen. Das sind Menschen die nicht von Ängsten geplagt werden, sie tun einfach. An einem gewissen Punkt sollte man sich akzeptieren wie man ist. Dann ist eben nichts mit grossen Veränderungen. Da sollte man dann einen Punkt machen und das Beste aus dem jetzigen Leben (mit kleinen Veränderungen) machen.

  2. Anne, ich weiß nicht, was Du ändern möchtest,aber ich weiß, alles ist irgendwie möglich. Wenn Du es nicht tust, wirst Du Dich immer fragen: Was wäre gewesen, wenn…? Ist das nicht schlimmer, als wenn Du es „einfach“ machst und sollte es dann doch schief gehen, eben wieder von vorne anfängst? Dann hast Du es versucht und zumindest etwas daraus gelernt. Aber hey, vielleicht wird ja auch alles wunderbar. 🙂 Ich habe so etwas Großes mit Einwirkungen auf alles und alle um mich herum bereits gemacht, bzw. machen müssen, weil ich nicht rechtzeitig auf die Signale meines Körpers gehört und kann nur sagen: Hätte ich es bloß früher gemacht! Aber besser so und fast zu spät, als nie. 🙂 Überleg nicht zu viel, sonst ist es nachher aus welchen Gründen auch immer zu spät. Was genau sagt denn Dein Bauch, der hat nämlich fast immer Recht. 😉

    Ganz liebe Grüße, Tina

  3. Liebe Anne, wir schade, dass ich nicht umme Ecke wohne. Dann käme ich jetzt vorbei, um Dich zuerst einmal zu trösten. Aber dann…, dann würde ich Dich mal kräftig durchrütteln. Zweifel doch nicht immer an Dir und Deinen Entscheidungen. Wahrscheinlich ist es genau richtig, wie Du es machst. Das wird schon seinen Grund haben, weswegen Du manche Entscheidungen heraus schiebst. Und, wer weiß, vielleicht ist DAS genau richtig. Und in puncto Älter werden: ich finde es superklasse, dass wir überhaupt älter werden dürfen. Wieviele Menschen müssen wer weiß wie jung schon gehen. Klar haben wir alle hier und da irgendwelche Wehwehchen und Einschränkungen, aber normalerweise kriegt man das doch bei uns ganz gut hin. Sei nicht so verzweifelt !!! Wenn Dein Zögern eher logistischer Natur sein sollte (evtl. hat es mit einem Projekt das mit cot anfängt und mit tage aufhört zu tun), dann können wir Dir vielleicht mit ein paar Tipps aus unserem Erfahrungsschatz😉 (diverse Haus- u. Wohnungskäufe u. -verkäufe) helfen. Melde Dich einfach. Bis dahin drück ich Dich mal feste und zieh die Strippe, an der das Köpfchen hängt, ganz kräftig wieder in die Höhe…alles Liebe – Elke

  4. Liebe Anne, ich glaube das geht jedem mal so, dass man am liebsten seine 7 Sachen packen möchte und noch einmal ganz neu anfangen möchte. Also, für mich ist das jedenfalls auch nichts Neues, aber dann kommen bei mir die Gedanken, dass es auch nicht mehr so einfach ist, irgendwo neu anzufangen. Ich habe es gemerkt, als ich nach Norddeutschland zurückgegangen bin. Ich wollte es immer und habe es dann auch so gemacht wie geplant. Nur ab und zu kommen jetzt auch Wehmutsgedanken wie schön es an meinem letzten Wohnort war. Dort hatte ich unterschiedliche Landschaften im 50 km-Radius, hatte viele Freunde und habe mich wohlgefühlt. Inzwischen merke ich, dass es nicht so einfach ist, woanders wieder Fuß zu fassen und neue Freunde sind ganz schwer zu finden, obwohl ich ein aufgeschlossener Mensch bin. Die Zeit wo man mal eben auf ein Glas Wein und einen Tee bei Freunden vorbeischaute sind irgendwie vorbei. Alles geht nur noch mit Anmeldung (wir wollen es ja meistens auch so). Die Spontanität fehlt. Ich hatte auch den Traum, irgendwann in die Toskana zu gehen (meine Villa das Paradies auf Erden). Doch nachdem ich mir überlegt habe wie es im Winter dort ist oder mir nur vorgestellt habe, ich müßte diese Schotterwege tagtäglich fahren und wie so etwas dann im Alltag wäre, bin ich schnell wieder davon abgekommen. Ich glaube langsam an den Spruch „Alte Bäume sollte man nicht verpflanzen“, wenn sie sich einigermaßen wohlfühlen in ihrer Umgebung. Dass die Träume vom besseren Leben woanders immer wieder kommen, kann man wohl nicht verhindern. Ich war 40 Jahre in Deutschland unterwegs und habe viel erlebt und es auch genossen, aber ich habe auch immer mal wieder meine Wurzeln vermißt und die beneidet, die ein freundschaftliches und familiäres Umfeld schon immer in der Nähe hatten. Das kann man nicht kurzfristig aufbauen und für langfristig sind wir, auch wenn es mir schwerfällt es einzugestehen wohl doch schon etwas zu alt. Ist jedenfalls meine Erfahrung. Ich mache also, wenn mir mal wieder die Decke auf den Kopf fällt wie Du, fahre ein paar Tage oder auch ein-zwei-Wochen irgendwo hin und dann freue ich mich auch wieder auf mein Zuhause. Und glaub‘ mir auch, wenn ein Mr. Right von jetzt auf gleich auftauchen würde, hätten wir alteingesessenen Single es schwer, uns an ihn zu gewöhnen, wir haben halt auch unsere Macken schön weiterentwickelt. Aber Träumen ist ja erlaubt.

    liebe Grüsse
    Brigitte die Weserkrabbe

  5. Hallo du Liebe, da guck ich schnell mal in der Mittagspause bei dir vorbei und sehe, du machst dir grad richtig viel Gedanken. Dass es Millionen anderer schlechter geht, will ich auch nicht hören, wenn ich z. B. grad nen Schub habe, dass weiß jeder selbst, aber wie sagst, das hilft mir dann auch nicht in meiner Situation.Vor einiger Zeit hab ich mal gedacht, ich weiß, welche Überlegungen du anstells, keine Ahnung, ob ich Recht habe oder komplett falsch liege. Wie auch immer, große Veränderungen erfordern Mut, aber sie müssern eben auch gut überlegt sein. Letzten Endes weiß man sowieso nicht, ob es denn die richtige Entscheidung ist, die man trifft. Ich tu mich mit solchen Entscheidungen auch sehr schwer, ich kann mich ja schon nicht entscheiden, wenn die Speisekarte im Restaurant zu viel Auswahl bietet ;-). Gedanken über die Zukunft machen sich glaube viele, geht mir auch öfter mal so, auch wenn eigentlich ja alles im Lot ist, aber wer weiß schon, was die Zukunft bringt. Ich glaube nicht, dass es eine Schwäche ist, Entscheidungen, die das Leben verändern, vor sich herzuschieben, dass ist menschlich und ganz normal. Wären die Pläne, die du im Kopf hast, denn gar nicht mehr rückgängig zu machen, falls es sich irgendwann als Irrtum oder Fehler herausstell? Es gibt für fast alles eine Lösung, auch so ein blöder Spruch, aber oft stimmt er. Ach, mir fiele noch das eine oder andere ein, aber weiterhelfen tut dir das auch sicher nicht und nun ist meine kurze Mittagspause auch schon rum und bei mir war es auch nur Gedankensalat. Wir hören uns. Ganz liebe Grüße und Drücker

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