Kommentare 13

Kleine Hunde – Grosse Hunde

immer wieder höre oder lese ich so Kommentare wie: „ich bin ja nicht so für kleine Hunde“
und manchmal geht das sogar soweit, das kleine Hunde regelrecht abfällig angesehen werden.

Gut, ich gebe zu: auch ich konnte es mir eigentlich nicht vorstellen, das ein Hund neben mir laufen würde, der mir noch nicht einmal bis zum Knie reicht. Da ich selbst sehr gross bin stellte ich mir in meinen Gedanken auch immer einen grossen Hund neben mir vor – am besten natürlich einen Irish Wolfhound oder eine Dogge.
Aber das sollte sich grundlegend ändern als ich Norfolk Terrier kennen lernte.
Als erstes sei zu bemerken: auch ein kleiner Hund ist ein „richtiger Hund“ – man muss ihn nur auch als einen solchen behandeln und erziehen!

Meine beiden sind sehr gut sozialisiert und im Hunderudel mit Geschwistern, Müttern, Tanten und auch Rüden aufgewachsen.
Sie wurden nicht auf Spitzenkissen in Sofaecken verhätschelt – fern ab der Hundewelt- und sie haben im Kinderalter auch alles mitgemacht, was auch ihre grossen Artgenossen tun sollten. Sie waren in der Hundeschule, sie haben mit anderen Hunden gemeinsam -und dabei waren auch Doggen und Labradors- gespielt, gerauft und gelernt.

Sie tragen keine Schleifchen im Haar, sie sind liebend gern in Matsch und Dreck, schwimmen hervorragend und gehorchen nicht weniger gut oder schlecht wie die Grossen.
Sie machen alles genauso und sie führen ein „richtiges“ Hundeleben.
Bei Begegnungen mit anderen Hunden wurden meine noch nie -und ich betone das wirklich – noch nie auf den Arm genommen! Sie haben gelernt, ihre Erfahrungen durchaus selbst zu machen… auch wenn Aladin da schon einige Male leider den Kürzeren gezogen hat.
Wir sind bei jedem Wetter 4x täglich draussen und auch bei langen Spaziergängen mit grossen Freunden stehen sie denen nicht nach und machen nicht schlapp!

Dabei haben sie viele Vorteile: wenn sie sich -wie es der Ala gern tut- in irgendwelchen ekligen, stinkenden Hinterlassenschaften oder Matsch gewälzt haben, kann ich sie bequem unter die Dusche stellen und sie sind blitzschnell sauber. Einmal trocken rubbeln und fertig!
Wenn man so wie ich gern sauber und gepflegt wohnt findet man keine Unmengen von Sand und Haaren in der Wohnung. Und klares Wasser hat ja schließlich noch nie geschadet – auch Hunden nicht!

Wenn ich verreise habe ich kaum Probleme meine Hunde überall mit hinzunehmen. Selbst bei zweien wird da viel öfter ein Auge zugedrückt.
Sie können mit in den Flieger und auch in Hotels waren wir gern gesehene Gäste. Denn sie sind nicht nur klein sondern sie haben auch gelernt, sich dort zu benehmen.
In Restaurants und Kneipen fühlen sie sich ebenso zuhause wie in den Wohnungen unserer Freunde.
Sie sind ruhig und angenehm auch in einer 2 Zimmerwohnung und sicherlich besser dran als so mancher grosser Hüte- od. Jagdhund, der vor Langeweile und Unterforderung dort ein trübes Dasein führt!

Es gibt viele Beispiele bei youtube, wie Norfolks Agility oder dogdancing machen und sie stehen auch dort den Grossen nicht nach.
Sie werden als Jagdhunde eingesetzt und meistern auch dort ihre Aufgaben.
Übrigens war das früher ihre eigentliche Bestimmung und sie sind hervorragende Ratten und Mäusejäger!

Man muss sie nur artgerecht behandeln und nicht zum „Sofasitzer“ degradieren oder sie womöglich als modisches Accessoir benutzen. Diese Promis und Nichtpromis mit ihren Handtaschen-od. „unter den-Arm-klemm-Hunden“ gehören eingesperrt!

Norfolk Terrier sind robuste Hunde, ehemals für ein raues Leben gezüchtet und keinesfalls als nette Dekoration in der Sofaecke gedacht.

Ich brauche auch keine „Riesen“ neben mir um vielleicht eigene Schwächen zu kompensieren -wie es womöglich einige Männer brauchen *grins* (soll bei Autos ja ähnlich sein…)

aber Eines habe ich gelernt:
man braucht Selbstbewusstsein, um kleine freche Hunde zu haben – und das habe ich – auch Dank meiner Norfolks! 

So, das war mal mein schon längst überfälliges Plädoyer für kleine Hunde, insbesondere Norfolk Terrier.

und jetzt geh ich mal meine beiden „inneren Riesen“ lüften!

13 Kommentare

  1. Einen wunderschönen guten Tag wünsch ich dir, über „Umwege“ habe ich deinen Blog gefunden und mich gleich gerne festgelesen.
    Gerade natürlich bei diesem Post. Wir haben einen Golden Retriever und eine Malteser Dame. Wobei man Dame ruhig auch durch Ziege, Zicke oder Schmusebiene ersetzen darf. Meine Kleine ist die unangefochtene Herrscherin über ihr Reich. Und das wird mit Zähnen und Krallen verteidigt. Ein Schleifchen ( das langhaarige Malteser brauchen, weil sonst die Haare permanent in den Augen hängen und Entzündungen machen) hat Madame nicht. Das erste hat sie schon als Welpe mit unter das Sofa genommen und kam erst wieder raus, als sie die Schleife ( samt Haaren) abgerupft hatte. Außerdem ist sie eh kurzgeschnitten, da sie sich liebend gerne durch den Dreck suhlt.
    Aber sie gehört zu den Kleinen, die auf den Arm kommen, wenn fremde Hunde kommen. Früher nicht, da musste ich nur schauen, dass sie nicht unter die großen anderen Hundepfoten kommt. Aber seit sie die ältere unserer Hunde ist, ist sie der Meinung, jeden beißen zu müssen, der mit „ihrer“ Lara spielen will. Dann schmeißt sie sich ins Gewühl und zwickt wo sie nur kann. Nachdem ein Stück Ohr der Preis war, nehme ich sie hoch, damit wenigstens die Große in Ruhe Hund sein kann. Anders wäre mir lieber, aber die Erfahrungen waren einfach zu teuer ….Madame duldet keinen Mehrbeiner in ihrer Nähe. So ist sie halt jetzt eine trotzdem innigst geliebte alte zickige Lady und thront mit ihren 3,5 Kilo bei mir in luftiger Höhe auf dem Arm um zähnefletschend das Geschehen von oben zu betrachten
    Viele liebe Grüße und ich komme gerne wieder zum Lesen
    Suza

  2. Ich habe deinen Blog gerade über Kirstin (Krümelmonster) gefunden und bin direkt bei diesem Artikel hängen geblieben. Wir haben auch einen kleinen Hund (Malteser) und bis zum Februar noch einen Pit Bull dazu (leider ist er mit fast 14 Jahren gestorben). Am Anfang war es schon etwas komisch aufeinmal „nur mehr“ einen kleinen Hund zu haben. Wir haben es aber immer so gehalten, wie du auch geschrieben hast: im Leben würden wir ihn nie hochnehmen, wenn ein anderer Hund kommt oder unter dem Arm spazieren tragen. Er musste immer genau so gehorsam sein wie unser Großer – da gab’s keine Ausnahme!

    Deinen Beitrag kann ich also nur genauso unterschreiben wie er ist 😉 Ein tolles Statement für die „Kleinen“!

    Alles Liebe und nun schau ich mich mal weiter bei dir um!
    nima

  3. Ob klein oder groß ist mir eigentlich egal. Ich mag fast alle Hunde, wobei es natürlich auch manchmal bösartige unter ihnen gibt wie bei allen Tieren, vielleicht weil sie schlecht erzogen wuden oder sie schlechte Erfahrungen gemacht haben. Meistens, aber auch nicht immer ist da der Mensch dran schuld. Was wären wir ohne unsere vierbeinigen Freunde, die uns so viel Liebe und Freude schenken? Ich wäre ohne Tiere an meiner Seite bestimmt einsam. Klar, ersetzen sie nicht unbedingt einen menschlichen Partner an unserer Seite, aber oft sind sie in dieser Beziehung dann doch pflegeleichter:-). Einen schönen Sonntag und

    liebe Grüsse
    Brigitte die Weserkrabbe

  4. Du hast mir mal wieder aus der Seele gesprochen. Dieses Hochhalten von kleinen Hunden – möglichst über Kopf- ist total krank und kontraproduktiv. Aber mit diesen Begegnungen muss man klar kommen. Und wie viele Hundehalter gibt es noch, die ihre Vierbeiner nur so eben vor’s Haus lassen und selber in der Haustüre stehen bleiben, und zusehen, wie ihr Hund auf den nahe liegenden Grünflächen (möglichst noch die Grünstreifen vor der Schule😛) ihren „Pippi-Kack“ verrichten. Ich könnte platzen. Mein Standartkommentar: „Die hätten sich besser Fische angeschafft…“ Ich wünsche Dir und den kleinen Großen einen tollen Sonntag! LG Elke

  5. Hallo ihr 3 :-), ich kann das so unterschreiben. Ich liebe unseren Justin sehr, aber ein großer Hund, insbesondere Retreiver, versorgen die ganze Wohnung mit Haaren und Sand, die beiden Kater tun natürlich ihr übriges dazu. Da rauft man sich manchmal schon die Haare und kommt mit dem saugen und wischen nicht hinterher Natürlich sind große Hunde toll, kleine aber auch. Ich habe vorher kleine mit mittelgroße Hunde gehabt, vom Dackel bis Terrier und auch Mixe. Die Erfahrung mit einem großen Hund ist toll, aber ich kann mir auch gut vorstellen, auch wieder einen kleinen zu habenm, sie sind schon in vielen Dingen einfach praktischer, auf Reisen sowieso. Ich hoffe natürlich, meinen Schnuffelbär, die kleine Dreckschleuder, noch lange bei mir zu haben. Bin heute etwas angeschlagen, aber das mit dem snacken wird höchste Zeit. LG Doris

  6. Oh ich kann deine Gedanken gut verstehen.. ich glaube, dass kleine Hunde oft in die Spitzendeckchenschokoladenomaecke geschoben werden. Und leider ist es auch oft (ich glaube etwas öfter als bei Großen) so, dass sie sehr verhätschelt und vermenschlicht werden, sich benehmen wie Gülle aber natürlich immer unschuldig sind, weil a) süß, b) nicht unerzogen sondern witzig oder c) Mamas absolut unantastbarer Liebling.

    Dass das nicht immer so ist, weiß ich.. ich habe alle Größen zwischen Dogge und Dackel. Meine Dackel sind unerzogen… als Ausgleich dazu, dass ich als ich in Deutschland wohnte, immer sehr auf die Doggen achten musste.. weil diese ja nicht die sanften Riesen sind sondern genauso Hunde wie die kleinen auch. Aber es natürlich noch lang nicht so automatisch sein dürfen. Aber ich kann es auch ab, wenn meine Dackel mal auf die Nase bekommen, wenn sie sich nicht benehmen (was erstaunlich selten passiert, wahrscheinlich sprechen sie die Hundesprache sehr gut). Ich kenne dich nicht persönlich, aber das was du von deinen kleinen Helden schreibst, kauf ich dir ab und finde es sehr sympathisch. Allerdings muss ich ein klein wenig die Lanze brechen für die Großhundehalter.. natürlich gibt es große Hunde, die ein zu klein geratenes Körperteil verlängern sollen oder der eigenen Langweiligkeit Bedeutung verleihen.. aber es gibt auch andere.. ich glaube das Verhältnis ist das gleiche wie bei den Omasofahunden etwa… und gerade die Doggen… sie haben viele Fehler.. aber sie machen etwas mit einem, was ich nicht beschreiben kann… und das hat mit Außenwirkung nichts zu tun…

    • *lach* ich kenne deine Hunde ja nur von Fotos, aber ich stimme dir bei den „Grossen“ natürlich auch zu…
      ich mag Doggen – Fienchens erste Liebe war ein blauer Doggenjunge, der leider viel zu früh gegangen ist – und diese Liebe wurde auch sehr vorsichtig und liebevoll erwiedert! Mein absoluter Traum ist natürlich immer noch ein Irischer Wolf – leider aber aus gesundheitlichen Gründen meinerseits wohl nicht zu erfüllen – aber wer weiß ? Vielleicht ja mal doch !
      So ein grosser Beschützer für die zwei Kleinen wäre ja auch ganz witzig!
      Liebe Grüsse nach Ungarn ,
      die Anne

  7. Ich unterschreib das auch, kenn ich doch die beiden bestens samt Erfahrung.
    Und die Frau am andern Ende der Leine ( so denn vonnöten ) kann ich mir ohne das muntere Hundeduo gar nicht mehr vorstellen.
    Wir freuen uns über jeden Besuch und Tajo schaut nur wegen seiner Höhe auf sie runter 😉

  8. Ich kann das alles genau so unterschreiben! Selbst Besitzerin eines Dreier-Rudels (davon zwei Norfolks) versuche auch ich immer eine Lanze für „die Kleinen“ zu brechen, was oftmals gar nicht einfach ist. Wenn man dann noch dazu einen seeeehr selbstbewussten Zuchtrüden sein Eigen nennen darf, dann kennt man auch heikle Situationen. So á la: Ich:“Könnten Sie bitte ihren Hund an die Leine nehmen?“ Sie: Wieso – meiner tut nix“ ich: „ja- aber meiner!“
    Sie: „Ist doch nur so ein Kleiner“ na ja – so geht das oft….aber nichts desto trotz liebe ich meine beiden Niederläufer 😉

Schreibe eine Antwort