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Montags Memories

in den Montags Memories möchte Frau Bickbeermus heute wissen, welche Erinnerungen wir an unser Lieblingskuscheltier haben.
Also werde ich euch heute die Geschichte meines ersten Teddybären erzählen:

Es war 1951 und ich war gerade ein paar Stunden alt…
Damals waren Väter meistens nicht bei der Geburt ihrer Kinder dabei, und mein Dad war ca. 300km entfernt im Harz um eine Aussen-Reportage zu machen.
Er arbeitete beim Rundfunk – genauer gesagt beim BFN (Britisch Forces Network) – dem Sender für die britischen Truppen in Deutschland – und mit ihm warteten dort viele Kollegen und Offiziere schon voller Spannng auf die seit 3 Wochen überfällige Geburt seiner Tochter … ja, ich hab mir richtig Zeit gelassen 😉
Draussen vor dem Sendesaal war es schon stockdunkel und es herrschte dichtes Schneetreiben – es war so gar nicht frühlingshaft in diesem März 1951.

Mitten in der laufenden Sendung kam dann endlich per Militärfunk die erlösende Nachricht …
und der diensthabende Offizier platzte mitten in die Sendung ins Studio und rief vor lauter Aufregung ganz laut:
„Charles, you’ve got a daughter ! – You’re babygirl is born“

So erfuhren alle britischen Truppenangehörigen in Deutschland – so zwischen Lilli Marleen und Glen Miller – das da ein gewisser Charles Vater geworden war !
In Windeseile wurde ein Fahrzeug organisiert und mein Dad trat in einem Militärlastwagen die abenteuerliche Fahrt durch den verschneiten Harz an, um seine neugeborene Tochter in Hamburg zu begrüssen…

Irgendwo auf seinem Weg muss er dann angehalten und einen Spielwarenladen Besitzer aus dem Schlaf geklingelt haben, denn er hatte sein erstes Geschenk an mich organisiert.
Und dieses Geschenk begleitet mich nun seit 62 Jahren: mein Willem !
benannt nach meinem leider schon so viel zu früh verstorbenem Dad
Karl-Wilhelm, genannt Charles .. dessen Tochter ihren ersten öffentlichen Auftritt im Radio hatte!

Und hier ist er nun, der Willem – total abgeliebt, die Sägespäne kommen teilweise durch sein jetzt doch schon spärliches Fell, aber immer noch Stolz den Knopf im Ohr und heißgeliebt!
Für Nichts in der Welt würde ich meinen Willem hergeben…

willem

Das war „meine Teddygeschichte“, so wie sie mir immer wieder von meinem Dad erzählt wurde…
und ihr wißt nun auch, warum ich so „very irish bzw. very british“ bin 😉
und ‚Annelie‘ heisse ich übrigens nach dem gleichnamigen Film von 1941 – weil die „Film Annelie“ auch immer zu spät kam – welch ein Omen!

Euch allen einen guten Start in die neue Woche,
wie immer,
eure

9 Kommentare

  1. Eine schöne Geschichte Annelie 🙂 Mein Lieblingsstofftier ist auch ein Teddy von meinem Papa, der leider auch zu früh verstarb. Ich bekam ihn im Alter von 4 Jahren als ich mit 41 Fieber und Grippe krank im Bett lag. Er begleitet mich also nun auch schon fast 36 Jahre und ich würde ihn niemals hergeben. Auch er hat schon das eine oder andere Loch und seine Füllung möchte hinaus. Ich wollte ihn immer mal restaurieren lassen. Aber dann wäre er ja auch nicht mehr der echte alte Teddy oder ? 🙂

    LG Frauke

  2. Ach ja – er würde altersmäßig gut zu meinem Teddy passen, der außer seinem Knopf im Ohr den Zusatzstreifen: made in the US-Zone of Germany hat und was könnten die sich nicht alles erzählen!
    Wir sollten sie unbedingt mal miteinander plauschen lassen!!!

    Knuddelgrüße aus der Mühle 🙂

  3. Eine schöne Geschichte, die richtig zu Herzen geht…..und die Namensgebung für Dich…. erst recht.
    Vielen lieben Dank dafür <3

    Der Willem ist richtig schön abgeknuddelt 🙂

    Liebe Grüße
    Angela

  4. …Supergau: mein restlicher Text wurde online verspeist. Also nochmals. Nach dem ersten Satz (s.o.) geht’s wie folgt weiter: eine wirklich schöne Geschichte. Paß gut auf Willem auf. Nicht das die Vierbeiner ihn zerlegen. Ganz liebe Grüße und eine schöne Woche – Elke

  5. Hach, was für eine schöne Geschichte. Meine ist nicht so aufregend wie deine!
    Deinen Willem würde ich auch sofort ins Herz schließen. Und…er sieht schon so richtig abgeknuddelt aus 🙂

    Schönen Wochenstart
    wünscht

    Anne

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