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Sonntagsgedanken

Schon wieder ist es Sonntag und die Woche ist verflogen wie im Zeitraffer – freute ich mich nicht erst kürzlich über das frische neue Grün an den Bäumen und nun sind schon die Vogelbeeren und Hagebutten rot und künden vorsichtig den Herbst an..
Das Schlimme daran ist, Frau wird immer älter dabei…
besonders fällt mir das auch immer auf, wenn ich unsere örtliche Zeitung lese.
Auch so eine liebe, alte Angewohnheit…
abonniert hatten schon meine Eltern diese Zeitung als ich noch Kind war und auch ich habe sie nun schon bestimmt 30 Jahre auf dem Frühstückstisch…
Einen festen Platz haben in dieser Zeitung die Familienanzeigen die ich – ich gestehe – fast immer als Erstes lese..
Am Anfang überwogen die Verlobungs-u. Hochzeitsanzeigen meiner Freunde aus Kindertagen. Dann folgten die Geburten deren Kinder und jetzt tauchen sie schon seit einigen Jahren als glückliche Großeltern auf.
Nun überwiegen die Todesanzeigen der Eltern meiner Freunde und so machmal muss man doch auch schon deren eigenen Todesanzeigen lesen.. aufgegeben von den Kindern, über deren Geburt man doch gerade erst gelesen hatte….
schon ein seltsames Gefühl.

Manchmal denke ich dann darüber nach, was ich bisher mit meinem Leben angefangen habe.
Wenn man dafür die Messlatte bei Ehe, Familie und Kindern anlegt : nicht viel, oder besser gesagt – nichts.
Oder legt man sie in Richtung Beruf, Karriere, Selbstverwirklichung, Reisen und alles was man noch so mit seinem Leben anfangen an, kann werden viele wohl sagen : sie blieb hinter ihren Möglichkeiten zurück..

sundown

Trotzdem bin ich nicht mit meinem bisherigen Leben unzufrieden.
Allerdings überkommt mich manchmal so ein Gefühl von Traurigkeit, das Gefühl etwas verpasst zu haben, das unwiederbringlich ist – nun nicht mehr nachgeholt werden kann..
Ich habe noch so viele Wünsche und Träume, deren Verwirklichung aber leider meistens an meinen Möglichkeiten scheitert. Mal sind es die Finanzen, mal meine angeschlagene Gesundheit – mal meine vielleicht zu hohen Ansprüche oder auch einfach nur der stärkere innere Schweinehund.

Mein Leben war und ist, wie es nun einmal ist – mit all seinen Höhen und Tiefen, seinen richtigen – u. seinen Fehlentscheidungen. Es hätte durchaus schlimmer kommen können.
Und so werde ich es weiterleben … ob es nun richtig ist oder nicht. Mit oder ohne Messlatte..
Nur die Zeit wird immer knapper … aber es ist ‚mein‘ Leben und das ist gut so.
Und ich bin nun einmal so, wie ich eben bin.
Ich wünsche euch allen einen schönen Sonntag,
eure
anne

6 Kommentare

  1. Liebe Anne,

    so eine Phase hat wohl jeder mal, und ich finde, das ist auch gut so!
    Eigentlich sollte man sogar in regelmäßigen Abständen in sich gehen und überprüfen, ob die aktuelle Situation so überhaupt noch stimmt. Beziehung, Freunde, Job, Wohnung, Umfeld…fühle ich mich da noch wohl, was gibt mir Energie, und was raubt sie mir?
    Wenn man ganz ehrlich hinschaut, gibt es so viele Dinge, die man nur halbherzig, aus Gewohnheit, wg. „der Leute“ oder aus Angst vor Veränderung oder Unsicherheit etc. einfach weiterlaufen lässt obwohl man ahnt, dass es einem schon lange nicht mehr gut tut. Ausreden sind dann auch oft die fehlenden finanziellen Mittel, Alter, Gesundheit, vorgegebene Maßstäbe…

    Vergiss die Messlatten und die vertanen Chancen. Wir alle haben genau das getan, was wir tun konnten. Sonst hätten wir es ja anders gemacht…Und deshalb gibt es auch keine Fehler, nur Erfahrungen, und daraus kann man lernen, die negativen Erfahrungen nicht ewig zu wiederholen…

    Ich würde z. B. noch mal gerne ins Ausland gehen weil ich es in meiner Jugend nicht konnte. So richtig schön weit weg, aber ohne finanzielle Mittel mal wieder nicht machbar! Doch, wenn man ein bisschen flexibel und risikofreudig ist…Ich bin da auf eine Seite im Netz gestoßen, die heißt “ Granny Aupair“, da suchen Familien aus der ganzen Welt „Omis“ ab 50 Jahren auf Aupairbasis. Tolle Idee! Ich müsste nur meine Wohnung für die Zeit vermieten und schon wäre mein Traum erfüllt. Und wieso bin ich noch nicht unterwegs? Wg. der üblichen Ausreden, und hier ist es eigentlich ja auch schön…

    Wieso lassen wir uns bloß immer so von außen beeinflussen? Wir selbst sind der wichtigste Mensch in unserem Leben! Und das hat nichts mit Egoismus zu tun…
    Die Zeit läuft scheinbar schneller als wir uns verändern können. Hauptsache, wir gehen irgendwann nicht mit einem unzufriedenen Gefühl aus diesem Leben. Das wünsche ich uns allen!

    LG, Sabine

  2. Etwas trübe Sonntagsgedanken Annelie. Mir geht es aber ähnlich wie dir. Manchmal frage ich mich, wie es wohl wäre, doch eigene Kinder zu haben. Auf der einen Seite gefällt es mir ohne sehr gut und ich kann jetzt vieles ohne Kinder eher verwirklichen und bin ungebundener, aber im Alter werde ich dafür keine Verwandschaft haben, die sich um mich kümmert. Alles hat eben 2 Seiten.

    Man muss das Leben eben nehmen wie es kommt Annelie und alles im Leben hat eben seinen Sinn, auch wenn der uns manchmal verborgen bleibt.

    LG Frauke

  3. Ach, Anne. Ich kann deine Gedankengänge gut nachvollziehen. Auch ich habe sicherlich Chancen vertan, habe längst nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, aus den verschiedensten Gründen. Zur Stabiliserung der Renten durch Kinder habe ich auch nichts beigetragen, hat sich, als es an der Zeit gewesen wäre, einfach nicht ergeben.Auch beruflich hätte ich mehr aus mir machen können und manche Träume lassen sich einfach nicht verwirklichen aus finanziellen, gesundheitlichen Gründen und und und. So ist es eben. Ich neige ja auch zwischendurch zur Melancholie. Sicherlich man hat viele Fehler gemacht, hat Zeit verstreichen lassen und irgendwann ist es für bestimmte Dinge einfach auch zu spät. Aber für viele andere eben auch nicht. Und man ist eben, wie man ist. Das Glück liegt eben oft einfach in den kleinen Dingen, das stimmt, so abgedroschen das auch klingt. Drück dich mal, Doris, die jetzt gleich wieder Kätzchen füttern muss ;-). Bis bald. GLG

  4. Sonja

    Liebe Anne, hatte fast ein bisschen Pipi in den Augen beim Lesen Deines Post. Er gibt praktísch 1 : 1 meine derzeitigen Gefühle über meine jetzige Lebenssituation wíeder. Ich bin zwar ein Stückchen jünger als Du, aber für Kinder, Familie und die tolle Karriere ist es bei mir auch zu spät. Mal schauen, was die nächsten Jahre noch so bringen. Werde versuchen, dem inneren Schweinehund, der auch mich von zu vielem fernhält, mal ordentlich in den Popo zu treten und etwas intensiver nach dem Glück oder der Zufriedenheit zu suchen. Man klagt einfach viel zu oft auf hohem Niveau. Einen schönen Sonntag abend wünsche ich Dir. LG Sonja

  5. Hallo liebe Anne, warum nur klingst Du so wehmütig? Ich glaube an Schicksal, und das hilft mir immer, die Wendungen, Irrungen und Wirrungen meines Lebens zu akzeptieren. Was sind schon die „üblichen“ Punkte auf den Messlatten des Lebens und der Karriere? Wichtig ist doch das eigene Wohlgefühl. Sei einfach zufrieden mit dem, was Du hast – für Dich hast -. Ich drück Dich feste aus der Ferne. Bis bald mal wieder – LG Elke

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