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einfach ignorieren…

manchmal frage ich mich, hab ich eigentlich ein Schild an der Stirn:

postit

und das ist jetzt nicht als Aufforderung gemeint, mein Gehirn einzuschalten – das funktioniert eigentlich auch trotz meines Alters noch recht gut!
Nein, es ist die einfache Feststellung das es Menschen gibt, die meinen mich ständig anmeckern und maßregeln zu müssen…
meistens passiert das allerdings in Supermärkten, Baumärkten oder einfach beim Hundespaziergang…

Da ist der, an sich „harmlos aussehende Familienvater“, der plötzlich losmeckert: Hier ist Leinenpflicht! und im Nachsatz kommt dann noch sowas von „Kampfhund und Bestien“….
schon die Wortwahl beim Anblick der laufenden 2x 25cm lassen mich natürlich breit grinsen und das ruft dann widerum weitere Schimpftiraden hervor, die meistens die Worte: frech, arrogant und dumm beinhalten… nun ja.

Von den Hunden wird so ein Mensch ohnehin ignoriert und von mir auch – innerlich allerdings koche ich manchmal.
Dieses Aufspielen als Hilfsscheriff soll wohl die anwesende Familie beeindrucken – „kuckt mal wie toll Papa das macht!“ – oder dient zum Frustabbau bezüglich des Familienspaziergangs statt FussballTV – anders kann ich es mir nicht erklären.

Neulich hatten wir da die Begegnung mit einem ganz besonderen Exemplar dieser Gattung…
begleitet von zwei Töchtern im Alter von ca. 10 Jahren und der wohl dazu gehörenden Mutter.
Ich saß, gemütlich ein Pausenzigarettchen rauchend auf einer Bank am Elbufer und die Norfies schnupperten unter und neben der Bank.
Tochter 1 und Mutter schlenderten plaudernd an uns vorrüber und nahmen uns gar nicht wahr und auch die Norfies liessen sich überhaupt nicht stören und rührten sich nicht von der Stelle…

aber dann gings los:
Tochter 2 (wie gesagt ca. 10 Jahre alt und 1,50 gross!) kreischte los und verzog sich schreiend hinter dem treusorgenden Papa und klammerte sich an ihm fest!
Anstatt nun einfach weiter zu gehen und die Tochter mit sich zu nehmen, zu beruhigen oder was auch immer, baute er sich förmlich vor uns auf und startete seinen verbalen Frontalangriff!

Die gesamte Palette von Schimpfworten, Maßregelungen und Besserwisserei.
Die Tatsache, das die Norfies ihn und seine nahezu hysterische Tochter völlig ignorierten und ich auch, brachte ihn erst richtig in Wallung :
ob ich nicht sehen würde, das sich seine Tochter bedroht fühlen würde!

ich konnte es kaum fassen und grübelte:
bedroht? wovon? von wem? von ihm? von mir?
(die Norfies konnten es ja nicht sein, die schnüffelten ja mittlerweile drei Meter weit weg so vor sich hin im Gras….)

und diese Frage stellte ich ihm dann auch… grobes foul!
Da gings dann erst richtig los und die 25cm Zwerge wurden zu freilaufenden Bestien und Kampfmaschinen!

Da war es dann auch mit meiner Geduld vorbei und ich erdreistete mich zu einer Antwort bzw. einem Ratschlag:
er solle sich doch lieber um seine Tochter kümmern als um uns, da wäre wohl in der Entwicklung oder bei der Erziehung so einiges schief gelaufen – anders wäre so eine Reaktion auf kleine Hunde wohl nicht zu deuten!
Die Hunde wären weder Doggen noch Bull Mastiffs….
das ungläubige Kopfschütteln und Grinsen auf den Gesichtern der sich mittlerweile eingefundenen Schaulustigen spräche wohl Bände…

Tochter2 hatte sich mittlerweile todesmutig vom „Ort des Grauens“ entfernt und Mutter und Tochter1 alamiert…
die dann widerum so vernünftig war, auf den treusorgenden Vater einzureden und ihn mit sich zu ziehen.
Und da sie ja leider alles gar nicht so richtig mitbekommen hatte, musste er ihr erst einmal lautstark erzählen, wie toll er das gemacht hat und wie er es mir „gegeben“ habe!

Die Schaulustigen und ich hatten dann noch ein nettes, amüsantes Plauderviertelstündchen und die Norfies spielten immer noch ganz leise und friedlich mit den Käfern im Gras….

mein Schild konnte ich dann auch erst einmal wieder von der Stirn nehmen…
bis zum nächsten Mal – bei uns hier an der Elbe, im Baumarkt oder beim Discounter!

wie immer,
♥ – Anne

10 Kommentare

  1. Oh jaaaaaa, ich erinnere mich noch genau an solche Idioten, auch wenn meine Tage mit Hunden ja nun schon länger her sind.

    Wenn Gegenüber merkte, dass er bei mir nicht weiterkam und die Beleidigungen losgingen, dann bezogen sie sich bei mir immer direkt aufs Gewicht. Hach, da hätte ich so reinhauen können. Aber Frau hat ja gute Manieren und was in der Birne 🙂

  2. Hallo liebe Anne – ja einfach ignorieren ist da mit Sicherheit nicht einfach – aber im Nachhinein bei Deiner Beschreibung überaus amüsant 😉 Leute gibts!!!!
    Kenn ich von hier irgendwie so gar nicht – oder sagen wir mal eher – ich hatte so eine Situation schon sehr lange nicht mehr.
    Sollt ich mir doch einen Hund zulegen 😉
    Sei ganz lieb gegrüßt – viele Nerven und ein schönes Wochenende wünsch ich Dir
    Kerstin

  3. katja

    Hallo Anne, leider ist es heute üblich seinen Frust an Anderen abzulassen. Manchmal ergeben sich aber auch erzählenswerte Anekdoten:
    Sohn steht auf dem Bahnsteig in Altona und wartet auf Regionalbahn Richtung Neumünster um Heimweg nach Pinneberg zu verkürzen.
    RB hält, Reisetasche fliegt raus, grätzig guckende Oma kommt hinterher und pflaumt ihn an: Sie hätten mir auch mal helfen können.
    Sohn lächelt freundlich wie es seine Art ist, steigt in die RB und setzt sich.
    Reisetasche fliegt in Zug, grätzig guckende Oma kommt hinterher und keift: Sie hätten mir auch mal helfen können!
    Sohn: gute Frau, hätte ich getan hätte ich gewusst dass Sie mit dem gleichen Zug zurückfahren.
    Oma: Frechheit, das ist nicht der gleiche Zug!
    Oma holt das Handy raus, schildert Tochter das sie mit RB von Neumünster über Glückstadt nach Altona gefahren ist uns jetzt von Altona wieder nach Glückstadt fährt. Schreit ins Handy: was, ich hätte schon in Glückstadt aus der Bahn aussteigen können um nach Glückstadt zu kommen? Ich dachte da muss ich den anderen Zug nehmen….das hättest Du mir auch mal sagen können!!
    Sohn grinst breit (kann sich auch an kleinen Dingen freuen)………Oma: grinsen Sie nicht so blöd

    Es geht doch nichts über freundliche Mitmenschen.

    In diesem Sinne einen schönen Feierabend! Gruß Katja

  4. Gut gemacht! Ich pflege bei solchen Begegnungen gerne zu sage: „Kotzbrocken mögen meine Hunde nicht – also keine Gefahr!“ Traurig finde ich, dass so viele Kinder völlig falsch groß werden in Bezug auf Hunde. Schade, schade, schade…LG Elke

  5. Du meine Güte, der gute Mann sollte mal lieber auf seinen Blutdruck achten, sonst kippt er bei dem nächsten Bienchen, das um seinen Kopf schwirrt tot um. Es ist schon unglaublich, was man sich alles bieten lassen muss von Menschen, die kein Benehmen beigebracht bekommen haben. *kopfschüttel*

    Liebe Grüße, Tina

  6. Petra

    Liebe Anne ,deine Reaktion finde ich klasse !!
    Glücklicherweise habe ich sowas noch nie erlebt,was wohl daran liegt,dass ich mit meinen Hunden nie dort unterwegs bin/war, wo mehrere NichtHundeBesitzer auf einem Haufen ihre FamilienAusflüge durchführen 🙂
    Dafür hab ich einfach keine Nerven.

  7. twistedthoughts

    nein liebe Heidrun – ärgern tue ich mich nicht mehr über so viel Unverstand und Blödheit!
    wie gesagt: einfach ignorieren – auch wenn es manchmal schwer fällt 😉

    Vielleicht sollte ich „dein“ Schildchen auf dem Rücken tragen *lautlach*
    Liebgrüss zurück!

  8. Kenne ich * leider* auch …

    … Nur andersherum: Im Urlaub am Chiemsee mit unserem Chow-Chow wurden wir nachhaltig angepöbelt, dass wir Tierquäler seien, da der Hund an der Leine lief. Unser Chow – total gutmütig solange kein andrer Rüde in der Nähe – hatte bereits einen Rottweiler zusammengebißen …

    Anne, ärgere Dich nicht ! Guck‘ mal hier auf das Schild der Ausstellung und lache herzhaft
    http://happy-hour-with-picts.blogspot.de/2013/08/37-grad.html

    Grüßle von Heidrun

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