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Sonntagsgeschichte

als ich vor einigen Tagen dieses Bild im Internet sah, musste ich laut lachen!
Ihr werdet es kaum glauben, aber genau das habe ich mir vor einigen Jahren „geleistet“.
Nur war mein Alptraum nicht rot sondern schwarz – das schwarze Unheil!

red
Ich war ganz frisch in ein loftähnliches Appartment mit einem riesigen Wohnraum gezogen, in dem sich eine ca. 3,50m x 2,50m Nische befand, die wohl als Schlafnische gedacht war.
In diese Nische habe ich dann – natürlich ganz „Selbst-ist-die-Frau“ – ein Podest aus Spanplatten über die gesamte Fläche gebaut. So richtig mit Unterkonstruktion und so! 😉  Das Ding war ca. 60cm hoch und stabil für die Ewigkeit! An eine kurze Wand kam dann darauf bis fast unter die Zimmerdecke noch ein Regal für Bücher und ein kleines TV Gerät…. und der Rest Fläche sollte mit einer grossen Matratze und einigen Flokatis, Fellen und Kissen ausgelegt werden.
Ja, das würde eine gemütliche, kombinierte Schlaf und Kuschelecke werden!

Da nun aber Spanplatten hässlich sind und damals mein Wohngeschmack so bei „schwarz/weiß und auf das Notwendigste reduziert“ lag, musste dieses Monsterteil natürlich dem angepasst und schwarz lackiert werden.
Also schwarzen Mattlack und Rollen, Pinsel und sonstiges Handwerkszeug besorgt, Radio an und Balkontür auf und fröhlich ans Werk !
Hach, ich war total im Arbeitseifer!
Und nun werdet ihr es schon ahnen, was passierte…
ohne gross nur mal einen Moment über Alles nachzudenken fing ich also an zu „rollen“ und rollte und rollte  …
und siehe da, ich saß in der hintersten Ecke auf ca. 80×80 cm an der Wand neben dem Bücherregal und blickte auf ein Meer in schwarz!
Tja, genau so gefangen wie der arme Kerl da auf dem Bild!
Nun war guter Rat teuer…
wie nun wieder von dem Teil runterkommen?
Zum Glück hatte ich im Regal vor dem ich saß Zigaretten, Aschenbecher und Wasser zum trinken deponiert – also erst einmal Pause machen, Ruhe bewahren und nachdenken.
Wie lange braucht wohl so ein Lack zum trocknen? Lt. Dosenaufschrift 6-8 Stunden – das konnte ja heiter werden!
Einfach rüber gehen?
Dann waren ja die Fußsohlen lackschwarz und ich musste ja dann, wenn ich das Podest verlassen wollte, am Podestende damit auf den ganz hellgrauen Teppichboden treten…. ging ja nun gar nicht!
Der war schließlich ganz neu und auch ziemlich teuer gewesen.
Also warten und warten – zwischendurch immer mal mit den Fingerspitzen prüfen, wie trocken der Lack schon war – und weiter warten.
Liest sich jetzt im Nachhinein alles sehr amüsant, aber glaubt mir : ich war dem Weinen näher als dem Lachen!
Ich weiß nicht mehr, wie lange ich da so gesessen habe – und dann kam mir endlich eine Idee!
Es gab eine Möglichkeit, ja genau!
Ich habe mein T-shirt ausgezogen – es mühselig zerrissen – mir um die Füsse gewickelt so gut es ging und bin dann mit 3 grossen Schritten über den Lack stolziert!
Am Ende der schwarzen Pracht Fuß 1 ausgewickelt und mit einem sauberen Fuß runter auf den Teppichboden – der Rest war dann ein Kinderspiel!
Anstrich 2 habe ich dann allerdings erst am nächsten Tag in Angriff genommen – diesmal natürlich (!)  hinten in der Ecke angefangen – Frau ist ja durchaus lernfähig!

Die Nische war dann, als alles fertig war, auch jahrelang mein liebster Platz in der ganzen Wohnung – trotz oder vielleicht gerade wegen der Mühen und Plagen, die sie mir bereitet hatte!

Ich wünsche euch einen schönen Sonntag, und wenn ihr auch gerade am renovieren seid: macht’s besser als ich – erst denken, dann streichen!
♥ – Anne

4 Kommentare

  1. Das ist ja ma wieder zum piepen, schmeiss mich weg. :-). Habe grad die Inside 7 veröffentlicht, muss das Klima heute ausnutzen. Bei uns heute endlich mal etwas Abkühlung und eine leichte Brise, erfrischend. Hoffe, das bleibt so und dass es Ala bisschen besser geht. Ganz lieben Gruß

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