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Sonnabendgemecker

auf moodway gab es kürzlich einen Beitrag mit dem Titel „Benimm“ , in dem die Frage aufgeworfen wurde:
warum sind die Mitmenschen nur so unhöflich und unfreundlich geworden? Was ist der Grund für dieses unmögliche Verhalten? Ist es wirklich nur Stress oder schlechte Erziehung?
Ist es ein Generationsproblem?
Kann nicht sein, denn ich erlebe meistens ältere Semester, die muffelig und unhöflich sind. Leider zeichnen sich da auch oft Männer mittleren Alters durch besonders unmögliches Verhalten aus.
Was ist denn so schlimm daran, mal eine Tür offen zu halten und sie nicht dem nachkommenden Menschen vor den Kopf knallen zu lassen?
Oder einfach mal den anderen zuerst aus dem Laden gehen zu lassen anstatt sich an ihm in der engen Türfüllung vorbeiquetschen zu wollen – frei nach dem Motto ‚Platz da, jetzt komm ich!‘ ?
Tut es weh, höflich und freundlich zu sein?
Ein ganz tolles Beispiel bot sich neulich im Wartezimmer meiner Ärztin:
ein älterer Herr versuchte verzweifelt in seinen Jackenärmel zu kommen….  die anderen anwesenden Herren schauten zu, verkrochen sich hinter der Zeitung oder mussten „gaaanz wichtig“ auf ihren Handys rumtippen….
auf meine Frage „darf ich Ihnen helfen?“  bekam ich ein entzückendes Lächeln und die Antwort : „oh gern, mir tut die Schulter so sehr weh“  –
es dauerte kaum 1 Minute – es tat mir nicht weh und ich habe ein wunderbares Lächeln geschenkt bekommen!
Ich könnte noch so viele Beispiele aufzeigen – von Familiengruppen, die auf engen Fusswegen unbedingt neben einander gehen müssen, sodaß man auf die Strasse ausweichen muss – von ebenso nebeneinander Kinderwagen schiebenden Jungmüttern – von Mountainbikern, die mit Affentempo schmale Waldwege heruntergerauscht kommen und erwarten, man springt vor Ehrfurcht ins Gebüsch um nicht umgefahren zu werden und und und….
Wobei ich das Thema Strassenverkehr dabei noch überhaupt nicht erwähnen möchte…  hab ja selbst Schuld, das ich aus meiner Grundstücksausfahrt auf eine viel befahrene Strasse muss – da muss ich schon mal mindestens 5 Minuten einplanen um überhaupt am öffentlichen Verkehr teilnehmen zu dürfen!
Wenn ich ganz viel Glück habe, blinkt mal ein LKW Fahrer auf, um mich schnell raus zu lassen…
Brummifahrer scheinen das Problem zu kennen 😉

Warum gehen wir so miteinander um? Was treibt uns, normale Gesten der Höflichkeit und das Anstands einfach aus unserem Miteinander zu streichen?
Was vergibt Man(n) sich, wenn er einer Frau in den Mantel hilft oder mal bei einer schweren Tasche schnell mit zugreift um sie ins Auto zu stellen?
Ich habe darauf keine Antwort… ihr vielleicht?
Aber mir gefällt dieses Video und der Gedanke, der dahinter steht…

httpv://www.youtube.com/watch?v=nwAYpLVyeFU

euch auch?
und so schenke ich euch ein versöhnliches Lächeln an diesem Sonnabendnachmittag….
♥ – eure Anne

14 Kommentare

  1. ich selber gehöre mittlerweile zu den menschen, die – schon alleine um die reaktion anderer menschen zu sehen – lächelnd durch die stadt geht und jeden freundlich grüsse, der mir über den weg läuft… mein sohn macht das mittlerweile auch mit… und es ist absolut der hit zu sehen, wie manche betroffen reagieren, oder sogar grummelig sind deswegen… oder aber mit einem etwas verwirrten aber dennoch ehrlichem lächeln reagieren… ist euch schonmal aufgefallen, wie überrascht viele menschen sind, wenn man freundlich – ohne grund – grüsst?

    eine kleine anekdote aus unserem leben…

    mein sohn war gerade 4 oder 5 jahre alt und wir hatten „sehr nette nachbarn“ (else kling aus der lindenstrasse war zucker dagegen!) 🙂

    mein sohn stand nun eines schönen tages mit seiner kindergartenfreundin ausgerechnet in der hauseingangstür und keiner kam rein, noch raus… besagter „netter“ nachbar machte die kinder an: „so könnt ihr hier nicht stehen, man kommt ja nicht durch *blahblahblah*“…

    daraufhin ist mein kleiner zur seite gegangen und hat einen leichten diener mit entsprechender handbewegung gemacht, unser nachbar konnte durch… da ist der n paar schritte weg und mein kleiner sagte freundlich – aber sehr bestimmt: „BITTESCHÖN!!! ACH HERR K., WAS ICH IHNEN SCHON IMMER MAL SAGEN WOLLTE: BEI EINEM BITTE UND EINEM DANKE BRICHT MAN SICH KEINEN ZACKEN AUS DER KRONE!!!!!!!“ der „nette“ herr nachbar ging grummelnd zu seinem auto…..

    ha – da hab ich bislang doch etwas richtig gemacht in der erziehung 🙂

  2. Ob man mit dem Prinzip aus dem Video die Welt verbessern kann? Das glaube ich eher nicht. Aber vielleicht erntet man ja ein Lächeln, wenn man freundlich ist. Und das ist ja auch was, oder?
    Grüßle
    Ursel

  3. Ich würde dieses Problem jetzt nicht an einer bestimmten Generation festmachen, sondern dieses Phänomen tritt in allen Alterslagen und sozialen Schichten auf.

    Ich weiß nicht, ob es die immer mehr steigende Unzufriedenheit der Menschen ist, die sie so werden lässt. Aber jeder ist immer noch seines Glückes Schmied, auch wenn das oft heute mit etwas Ärger und Unverständnis für die Regierung zu tun hat. Wenn man sich dem ergibt, dann ist man selbst schuld. Viele werden dadurch allerdings zum wahren Egoisten, denn wenn man selbst nur noch Kleinigkeiten zu haben scheint, die man selbst zu seinen Gunsten bestimmen kann, dann tut man es wohl. Die anderen dagegen schwelgen nur so in Geld und werden entsprechend behandelt, denn Geld ist Macht und die will jeder gern haben und wenn dir plötzlich jeder in den A … kriecht und man dir lobhudelt, dann denkt vielleicht so mancher tätsächlich, dass alle, die nicht in seiner Schicht verkehren, weniger Wert und es nicht würdig sind, dass man vielleicht bei irgendwas zuvorkommend sein sollte. So sind viele Menschen nunmal.

    Ich versuche täglich mein bestes, um genau solch einem Bild nicht zu entsprechen und behilflich zu sein, wo ich nur kann. Ich wurde so erzogen und gehe nach dem Motto durch die Welt „behandle die Menschen so, wie du behandelt werden möchtest“. Aber das fällt einem zuweilen bei manchen Menschen doch schwer. Trotzdem reiße ich mich zusammen.

    Super finde ich immer, wenn man zuvorkommend ist und Leute, die es selbst nicht sind, sich auch noch beschweren, weil man sie durch eine Aufmerksamkeit dazu zwingt, einen kurzen Augenblick warten zu müssen.

    Ich lasse zum Beispiel oft an bestimmten Stellen, wo ich weiß, dass man dort mit dem Auto super schlecht raus kommt, weil das Verkehrsaufkommen hoch ist, Leute mit ihrem PKW rausziehen. Das heißt, ich bleibe kurz stehen und signaliere, demjenigen, dass er vor mich ziehen soll. Dann wird hinter einem schon gehupt, weil man nicht sofort weiterfährt. Ich verstehe es einfach nicht. Wären sie in der Lage des Wartenden, der sich einfädeln will, wären sie doch auch dankbar für eine solche Geste oder ?

  4. Danke für die Mühe. Hat sich gelohnt! Ich glaube, es liegt am iPad, dass ich es ohne den Link nicht öffnen kann. Schönen Restsonntag – Gruß Elke

  5. Ich glaube, dass man in der subjektiven Wahrnehmung immer feststellt, dass gerade die andere Generation unhöflich ist. Wenn ich an der Wursttheke im real stehe, drängeln sich „IMMER“ die Rentner vor. Wenn mir jemand den Eltern/Kind-Parkplatz wegnimmt, ist das „IMMER“ ein jüngerer Mensch, der kinderlos ist, aber einfach nicht so weit laufen will. Objektiv zieht sich das aber durch alle Schichten.

    Gestern habe ich (in Gedanken) einem Fahrer in einer engen Strasse die Vorfahrt genommen. Blöd von mir, aber ob man dann gleich den „Scheibenwischer“ gezeigt bekommen muss, ist auch eine andere Frage.

    Höflichkeit ist eine Sache der Erziehung. Die hat man dann entweder oder man hat sie halt nicht. Ärgerlich ist das nur für die Mitmenschen, die eine andere Erwartungshaltung haben.

  6. Liebe Anne,

    obwohl ich mich mit meinen fast 40 noch nicht zur älteren Generation zähle, fällt auch mir auf, dass das, was ich noch gelernt habe (bitte, danke, grüßen, Achtung vor Älteren Mitbürgern usw.) heutzutage nichts mehr zählt. Jeder denkt nur noch an sich und sein eigenes Wohl. Auch das Allgemeinwissen scheint immer weniger zu werden. Was ich in unserer Hotline, in der Kunden anrufen weil sie wissen wollen, wie lange die Reparatur ihres Handy noch dauert, so alles erlebe kann sich keiner Vorstellen. Was da für Fragen kommen, die sich, wenn man ein bisschen logisch denkt, von alleine beantworten würden, kann sich keiner Vorstellen. Ich kann nur immer wieder den Kopf schüttelt.

    Alles Liebe
    Nina

  7. mir fällt nicht auf, dass meine mitmenschen immer unfreundlicher bzw. unhöflicher werden. vielleicht liegt es mit daran, dass ich auf dem land wohne und z.B. das freundliche grüssen normal ist. ausserdem denke ich, dass man, je älter man wird, eher auf das miteinander und das verhalten der anderen achtet.
    mir fällt dazu noch der satz: „lass die menschen an deiner freundlichkeit zugrunde gehen“ ein. habe lange gebraucht, bis ich ihn verstanden habe.

  8. Moin Anne, schön, dass Du wieder da bist. Hatte schon Entzugserscheinungen… Ich krieg auch jedes Mal ’nen Hals, wenn Mitmenschen so stieselig sind. Ich bedanke mich dann immer lauthals für die Freundlichkeit. Manchmal bemerke ich“Ihnen auch einen wunderschönen Tag!“. Aber man kann die Menschen nicht ändern. Leider kann ich das Video nicht ansehen. Vielleicht bist Du so lieb, und stellst den Link dazu ein? LG und bis demnächst – Elke

  9. Jörn,

    mit dem Thema „Druck im Arbeitsleben“ sprichst du genau das an, was mir beim Lesen auch in den Sinn gekommen ist. Auf Arbeit ist man der Arsch – da will man außerhalb der Arbeitszeiten der Boss sein. Und wenn mein Boss mich mies behandelt, dann behandle ich eben zufällige Menschen mies.

    Traurig, das…

  10. wie treffend…. ich war heute in ikea und musste nur ein grosses brett ins auto heben. da lief ein mann vorbei und dass er sich im wegschauen nicht den halsverdreht hat, war alles.
    wobei ein anderer autofahrer, beim rückwärtsfahren, mich erst durchgewunken hat und sehr freundlich lächelte. geht doch…. leider viel zu wenig….

    LG Michaela

  11. Ich stimme Dir und Jörn absolut zu, Anne. Für ein freundliches „Guten Morgen“ beim Eintritt in den Bäckerladen wird man nur dumm angeguckt, eine Antwort erwarte ich schon gar nicht mehr. Aber wir gehen einfach weiter mit guten Beispiel voran und ernten ja doch bisweilen ein erstauntes „Dankeschön“ von jemandem, dem wir die Türe aufgehalten haben. 😉
    Und vielleicht gelingt uns ja auch diese Kettenreaktion, wie in dem Video. 🙂

    Hab noch ein schönes Wochenende und es ist schön, dass Du wieder da bist und die Seele hast baumeln lassen können.

    Tina

  12. Hi Anne,

    danke – freut mich, dass du über einen meiner Beiträge bloggst!

    Ich glaube nach wie vor, dass viele nur deshalb immer mehr verrohen (danke an Werner für dieses sehr gut passende Wort), weil es Ihnen zumindest von einem Teil einer vorgeblichen „Elite“ vorgelebt wird und weil der Druck im Arbeitsleben schlicht kolossal zugenommen hat. Aber mal sehen, was hier sonst noch an Meinungen aufläuft. Ich bin gespannt!

    Jörn

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