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Baumarktgeschichten

Kunde:
„Für unsere neue Lampe brauchen wir ein grosses Loch für einen 8ter Dübel. Ich brauche also zwei Betonbohrer – einen „5er“ und einen „3er“!
Verkäufer:
„na, das ist doch wohl ganz doof – nehmen Sie doch 2 „4er“ – dann brauchen Sie doch das Bohrfutter der Maschine nicht neu einstellen!“

Na, ganz so schlimm wars nicht bei meinem Baumarktbesuch….
aber amüsant wars schon.
Ich stand in einem ziemlich engen Gang und suchte nach Glühbirnen.
Das war ja nun schon mal ganz falsch… die Dinger heissen „Leuchtmittel“ wurde ich belehrt.
Und der kluge Verkäufer belehrte mich dann auch gleich über Energiesparlampen…
Glühbirne geht ja gar nicht! tz tz tz

Und während er mich belehrte und ich aufmerksam zuhörte, kam just in diesem Moment eine junge Mutter mit Kinderwagen in den engen Gang geschoben…
aber da standen ja nun wir zwei!

Also, was tun?
Anstatt sich nun ein einziges Mal diesen kleinen Satz: „Dürfte ich mal bitte vorbei!“ herauszuquetschen, versuchte sie zwischen Regal und meiner Hinterfront durchzukommen.
Tja, schon doof wenn da nur wenig Platz, und der Kinderwagen kein Puppenwagen ist…
Natürlich habe ich ihre Versuche gemerkt – aber wie sagte ich schon mal so schön: „ältere Leute können ja soooo gemein sein!“
und trat noch einen Schritt zurück…

rumms, da hatte sie mich doch glatt erwischt!
Aber anstatt sich zu entschuldigen kam ein ziemlich aggressives „Mensch, nun gehn sie doch mal zur  Seite – sie sehn doch das ich da durch will!“

„Ach so – sagte ich – „sie wollen hier durch? Warum fragen sie dann nicht so, wie es sich gehört und versuchen sich wortlos hier durchzuquälen? Dann wären wir doch sicherlich schon lange weg und sie dort wo sie eigentlich hinwollen!“

Ein fassungsloser Blick strafte mich!
Wie konnte ich es wagen…. wo sie doch einen Kinderwagen samt Inhalt dabei hatte und ich deswegen einfach nicht schon automatisch, ehrfurchtsvoll Platz gemacht hatte!
Dazu nuschelte sie noch ein ziemlich empörtes: „Mein Gott, sowas hab ich ja noch nie erlebt!“

Meine Antwort:“Tja, das wurde dann wohl auch mal Zeit!“

Der lehrreiche Verkäufer lief zwischenzeitlich peinlich berührt rot an…
ich schnappte meine Leuchtmittel in Form einer „Energiespar-so super-Warmlicht-irre teurer-Birne“ und schlenderte gemütlich aus dem Gang.
Das Messer im Rücken habe ich förmlich gespürt!

Fazit:
Höflichkeit ist out – völlig!
Kinder kriegen und sie dann durch die Gegend schieben ist eine Wahnsinnsleistung die automatisch von der übrigen Menschheit mit Verneigung und Spalier belohnt werden muss.

und letztendlich:
Energiesparbirnen, sorry: Leuchtmittel leuchten selbst als „Energiesparlampe in Globeform 5W/827, warmweiß“ in einer Sofaeckenlampe schrecklich kalt und einfach nicht gemütlich!

na denn, bis zum nächsten Mal – im Baumarkt!
♥ – eure Anne

20 Kommentare

  1. *grööööhl* danke, das war mein Lacher des Tages Annelie. Du hast ja sooooo recht. Irgendwie scheint bei vielen Frauen mit der Geburt nicht nur das Kind zur Welt zu kommen, sondern gleichzeitig das Ego sich ins unermessliche zu steigern. Ich habe einen Kinderwagen bzw. Kinder dabei, also haben alle auf mich Rücksicht zu nehmen. Toleranz scheint da nicht mehr zu existieren. Also Nichtmutter ist Frau halt weniger wert, damit werden wir wohl leben müssen *ggg*

  2. Alexandra

    Ich hatte mal zufällig an der Tanke einen Schraubenschlüssel in der Hand, und als mich dann jemand auf ähnliche Weise angerempelt hat, habe ich mich umgedreht und ihn mit irrem Blick und dem Teil in der Hand einfach nur angestarrt. Der war sofort weg 🙂

  3. Uiuiui … meine Kinder sind ja nun schon größer (und an eine solche Situation kann ich mich im Moment auch nicht wirklich erinnern … war ich schon mal mit Kinderwagen im Baumarkt? Ich glaube … weniger.)
    Abgesehen davon habe ich auch mit Einkaufswagen kein Problem damit, einen anderen Gang als Durchgang zu benutzen, wenn ich doch sehe, dass es in diesem einen etwas enge wird. Unsere Baumärkte bieten jedenfalls mehrere Möglichkeiten zur Wunschzielerlangung an. (Ich bin da mit dem Ansprechen nämlich immer ein wenig unsicher, weil ich die Leute dann auch nicht bei ihrem Gespräch unterbrechen mag.) Geht jedenfalls alles.

    Liebe Grüße,
    Sonja

    Ach ja – die Mutter-Kind Parkplätze habe ich bis heute noch nicht ein einziges Mal benutzt. Mag schön blöd von mir sein, aber ich bin mit den „normalen“ Plätzen immer gut zurecht gekommen. *mit den Schultern zuck*

  4. Marina

    Ach und nein, tut das nicht. Diese Mutterkind- Parkplätze haben ihren Sinn und es gibt keinen vernünftigen Grund sich darauf zu stellen wenn man kein kleines Kind ( oder mehrere ) dabei hat. Es gibt Frauenparkplätze………… schnappt euch die Kerle die da immer parken, das finde ich viel besser und macht Spaß. Sprüche wie “ Ja, ich dachte mir gleich das da nicht viel ist (dabei auf den Schritt starren) wirken da Wunder *feix*
    So, nun bin ich aber weg.
    Liebe Grüße
    Marina und Elsa

  5. Marina

    Och Annelie, du bist doch sonst so eine nette 🙂 Ok, die junge Mutter hätte was sagen können, hat sie aber nicht. Ist doch kein Grund dann extra noch einen Schritt zurück zu machen. Vielleicht hätte sie dich wenn du zur Seite gegangen wärst angelächelt und freundlich danke gesagt 🙂 Das wäre doch für euch beide viel schöner gewesen oder meinst du nicht? Seit nett zu einander *schmunzel*
    Liebe Grüße
    Marina und Elsa

  6. Hihi… Tolle Geschichte! Meine Ohren haben beim Lesen Besuch bekommen 🙂
    Ja, das Messer hätt ich wohl auch im Rücken gespürt; einer der Momente in denen ich auch schrecklich stur sein kann! – Eine nette Frage ist oftmals wohl Schwerstarbeit und das rächt sich; wie man hier ja auch grad lesen kann *lach

    Mit dem Begriff „Glühbirne“ bin ich übrigens auch neulich böse aufgelaufen… hab mir dann auch erstmal einen fachlich fundierten Vortrag anhören müssen und viel Geld aus der Tasche ziehen lassen *motz

    Komm gut in die neue Woche,

    Liebe Grüße, Marie

  7. twistedthoughts

    oh ja, die Situationen kenne ich auch nur zu gut!
    Diese Gruppen od. Familien trifft man bei uns bevorzugt am Sonnabendmorgen im Supermarkt!
    Da wird dann auch noch mit den Kids diskutiert welcher Käse es denn sein darf 😉
    aber auch da langt doch ein : „Darf ich da mal bitte durch?“ oder?
    Bei mir klappt’s jedenfalls, da brauch ich keinem den EKW in den Rücken rammen!

    Dir auch noch einen schönen Sonntag!

  8. Dom

    Hallo Anne,

    ui, das ist ein seeeehr weitreichendes Thema – andersrum geht’s nämlich auch. Du standest an einem Regal, was dein gutes Recht war, und sie hätte ruhig mal fragen können. Ich für meinen Teil erlebe eher Gegenteiliges:

    Vier ältere Damen, die sich den Hauptgang (nicht zwischen Regalen, sondern senkrecht zu den Regalreihen) als Plaudereckchen aussuchen. Da versteht es sich von selbst, dass jede sich eine andere Stellrichtung für ihren Einkaufswagen aussucht, sodass nun wirklich kein Vorbeikommen mehr ist.

    Menschen, deren Handy klingelt. Geht man da zur Seite? Nein! Mit einem Ruck zum Stillstand kommen, Auffahrunfälle provozieren. Idealerweise mitten auf der Rolltreppe das Handy auspacken und dann am Ende jener stehen bleiben – da gibt es keine Ausweichmöglichkeit.

    Sehr beliebt: Zu fünft ein Regal inspizieren, mit zwei Einkaufswagen dabei. Man kann schon mal sechs Minuten damit verbringen, sich eine Käsesorte auszusuchen. Damit das Ganze demokratisch abläuft, reicht ein Vertreter nicht – die ganze fünfköpfige Gruppe muss gleichzeitig einen guten Blick aufs Regal haben.

    Ich bin ja wirklich ein Verfechter von „Tschuldigung, darf ich mal durch?“ und „Das ist mir jetzt unangenehm, aber ich müsste mal ganz schnell da durch … ginge das?“ – aber manche Leute stellen sich dermaßen rücksichtslos und saublöd hin, dass ich mir einen Zacken aus der Krone bräche, würde ich sie auch noch um Verzeihung bitten müssen.

    Ich studiere in einer wunderschönen Altstadt mit viel Touristen- und Shopper-Verkehr. Und ganz ehrlich: Die Straße ist zehn Meter breit, und manche Grüppchen schaffen es trotzdem, mit 0,3 km/h so nebeneinander zu laufen, dass nicht mal der Gegenverkehr vorbeikommt. Die Devise „Hintereinander statt nebeneinander“ müsste mal in Regierungswerbefilmchen unters Volk gebracht werden – bei „Du bist Deutschland“ hat’s doch auch funktioniert.

    Schönen Sonntag! 🙂

    – Dom

  9. katja

    Hallo Anne,

    schön sind auch alle Fuß-amputierten Grundschulkinder die mit ihren dreckigen Schuhen in den Einkaufswagen gesetzt werden, oder einem denselbem an der Kasse in die Hacken haut.
    Wenn man sich umdreht und etwas sagt kriegt man den Standartsatz: „sie haben wohl keine Kinder“.

    Unser Standartsatz: „doch, aber unser Sohn kann sich benehmen.“

    Gegen Mutter und Kind Parkplätze habe ich nichts, da parke ich immer wenn ich mit meiner Mutter einkaufen fahre. Schließlich ist sie meine Mutter und ich bin ihr Kind……auch wenn wir 76 + 50 sind.

    Schönen Sonntag!
    Gruß
    Katja

  10. auch sehr unbeliebt macht man sich, wenn man -sehr höflich- zu einer mutter sagt: „würden sie bitte ihr kind zu sich nehmen, ich mag das nicht so gerne, wenn kleine dreckige händchen in meinem essen rumpantschen.“
    ist mir mal auf der fähre von kiel nach laboe passiert. ich wäre beinahe von einer mutter-kind-gruppe gelyncht worden.

  11. Für solche Fälle empfehle ich Dir in Zukunft immer im Pilotenkombi i.d. Baumarkt zu gehen und in eine von den unzähligen, praktischen Täschchen ein Samureischwert oder einen Ballermann zu stecken. Waffe ziehen und warten, was passiert…

  12. Ja, da warst Du aber nun auch wirklich „gemein“:-). Hätte ich auch sein können. Es ist wirklich so,auch beim Parken werden Mütter und Kinder gleichbehandelt mit Behinderten, nun denke man mal nach warum:-). Da kannst Du noch so schlecht zu Fuß sein, nein Kinder und Mütter haben mehr Rechte und ihren Parkplatz verteidigen sie dann wie eine Burg. Übrigens habe ich meine Sparlampen inzwischen alle wieder aussortiert. Die sind ja lebensgefährlich, wenn die Dinger mal kaputt gehen wegen der Ausdünstung. Ich hatte da zuviel Angst, dass meine Katzen mal eine Lampe umschmeißen und dann da reintappen. Ich kaufe inzwischen nur noch die alten Lampen, in kleinen Fachgeschäften gibt es die manchmal noch. Aber es gibt die Dinger auch inzwischen mit einem warmen gelben Licht. Aber eigentlich kannste ja nicht meckern, da hast Du doch richtig viel erlebt bei Deinem Baumarkt-Besuch:-). Das Messer steckst Du ganz schnell weg, aber die Tussi regt sich bestimmt noch viel länger auf und dann ist sie nicht weit entfernt vom „Burn-Out“, das hat ja heute auch schon fast jeder Dritte, weil sie alle gleich überfordert sind. Oh Frau, was sind wir heute doch wieder gehässig. Aber manchmal ist auch das notwendig, oder?

    lieben Sonntagsgruß
    Brigitte die Weserkrabbe

  13. Anke

    Hihi….ich sitze hier gerade und schmunzel mir eins…
    Sowas erlebe ich auch fast täglich – fragen, ob man durch darf – Fahrradfahrer, die meinen, dass man hinten Augen im Kopf hat – und die deswegen nicht klingeln, bevor sie millimtergenau an mir vorbei rasen…egal was – Höflichkeit ist eine Zier, doch besser….
    Gestern erst versuchte ein kleiner Zwuckel auf einem Kinderfahhrad meine Hunde zu ärgern. Ich sprach dann den hinterher joggenden Vater an- und musste mir dann – wie konnte ich es ahnen – eine üble Schimpftirade über die ach so bösen Hundehalter anhören. Na ja- ich bin ja dann auch nicht auf den Mund gefallen… 🙂

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