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Nachtgedanken

da gibt es doch den weisen Spruch vom halbvollen bzw. halbleeren Glas…
klar – man sollte sich das halbvolle als Lebensmotto wählen.
Aber manchmal wird frau durch die Ereignisse einfach überrollt.
Wenn frau plötzlich Seiten an sich entdeckt, die sie vorher nie wahrnehmen wollte, sie die ersten Todesanzeigen von Kinderfreunden in der Zeitung liest, Freunde schwer krank werden…
dann wird mir immer bewusster, wie mehr als halbleer mein eigenes Lebensglas schon ist.

vineKein Grund den Kopf hängen zu lassen, werdet ihr sagen…
tja, einfacher gesagt als getan.
Wenn sich täglich neue „Baustellen“ im Leben auftun, verliert frau manchmal die Motivation und steckt lieber den Kopf in den besagten Sand.

Hilft auch nicht, werdet ihr sagen…
Stimmt, aber im Verdrängen von Unangenehmen war ich schon immer ganz vorn dabei.

 

machen wir morgen – wird schon werden – erstmal drüber schlafen…
nur wenn frau dann merkt, das die Zeit immer schneller rast und sie noch so vieles zu erleben oder realisieren möchte – ja, dann kriecht so ein seltsames Gefühl den Nacken hoch.
Werd ich das überhaupt noch schaffen? Werde ich das noch realisieren können?
Manchmal stehe ich mir einfach selbst im Weg oder werde durch die Ereignisse überholt und ausgebremst.

Wo sind all die hochfliegenden Pläne des Lebens geblieben?
Verschollen im Gleichklang der Tage?
Gescheitert am inneren Schweinehund?
Oder einfach nur begraben?

Was tun, wenn die Gedanken verrückt spielen und das Gefühl, etwas im Leben verpasst zu haben überhand nimmt?
Wenn plötzlich das halbleere Glas zur Realität wird und das Ticken der Lebensuhr lauter?
Kleine Fluchten?
Verdrängen?
ganz ehrlich, ich weiß es im Moment nicht…

 

6 Kommentare

  1. (((Anne)))!
    Wenn man lang darüber nachdenkt wird man ganz melanchlöterig! Diese Gefühle kennt wohl jeder. „Die Einschläge kommen immer näher!“ meint meine 75jährige Freundin. Dagegen hilft nur Galgenhumor.
    Grüßle
    Ursel

  2. Solche Gedanken sind wohl bei den meisten Menschen ab einem gewissen „Alter“ normal Annelie. Da hilft eigentlich nur … „etwas dagegen tun ! Dinge tun, die man immer tun wollte … einfach in die Gänge kommen und zum Macher werden.“ Ich weiß, ist manchmal einfacher gesagt als getan 🙂

  3. Liebe Anne, ich kann das im Moment genauso nachempfinden. Ich bin zur Zeit auch so hin- und hergerissen. Was soll ich tun, wie wird das werden, kann ich das noch schaffen, soll ich das wirklich machen. An einem Tag ist das Glas halbvoll, am nächsten halbleer und je mehr ich mit anderen darüber spreche, umso so schlimmer wird es. Und auch die Momente, wo man sich jemanden an seiner Seite wünscht, kommen immer öfter. Ein ganzes Leben lang wollte man immer selbstständig sein und sich von keinem reinreden lassen und nun auf einmal hätte man gerne jemanden, der einen versteht und das, was man fühlt auch fühlt. Ungewohnte und komische Gedanken für mich, aber sie sind nun mal da und da müssen wir durch. Ich bin aber auch überzeugt, dass diese Phase wieder vergeht oder hoffe ich das nur? Na ja, auf jeden Fall bist Du nicht alleine mit Deinen Gefühlsschwankungen und ich bin mir sicher, dass ganz viele genauso fühlen. In diesem Sinne trinken wir das Glas lieber aus, dann müssen wir uns nicht darüber auch noch Gedanken machen.

    Einen schönen Sonntag
    und liebe Grüsse
    Brigitte die Weserkrabbe

  4. Wiebke

    Irgendwie kenn ich das Gefühl…
    Vorgestern noch in Irland, heute schon wieder im Alltag… doch dort hab ich einen neuen Leitsatz für mich gefunden:

    Life isn’t about waiting for the storm to pass,
    it’s about learning to dance in the rain! 🙂

    Herzlich warme Irlandgrüße aus Baden 😉

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