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Warum unsichtbar?

vor einiger Zeit las ich einen interessanten Artikel: „Ältere Frauen sind unsichtbar“

Es ging in erster Linie darum, das sich ältere Frauen, so ab ca.50 Jahren, selbst gern unsichtbar machen und dadurch auch in unserer Gesellschaft nicht mehr wahr genommen werden.
Der „50igste“ scheint eine Schallgrenze zu sein..

Da gibt es ein „Davor“ und ein „Danach“, festgemacht an der magischen Zahl 50. Im „Davor“ muss alles erreicht sein, was das Leben zu bieten hat, alle Ziele erreicht, alle Kinder geboren, Lust und Liebe gelebt werden.
Denn im „Danach“ geht es beruflich und privat bergab, die Attraktivität geht den Weg alles Irdischen, die sexuelle Anziehungskraft verloren und wer jetzt alleine ist, der bleibt es vermutlich auch.
Kurzum: Frauen mit 50 plus werden unsichtbar. Da bekommt der Satz „schön, dich zu sehen!“ doch gleich eine ganz andere, jung erhaltende Bedeutung!

Aber woran liegt das? Gibt es ein Gesetz, das uns vorschreibt, tagsüber stets zu Hause zu bleiben. Oder an einer Pille, die wir täglich nehmen, und die uns unsichtbar macht?
Ältere Frauen, obwohl ihr Anteil in der Bevölkerung immer größer wird, kommen in den medien selten vor.
Und wenn doch, dann bloß als Klischees, wie Großmutter, Pflegefall, skurrile, unbeholfene alte Frauen. Ältere Frauen haben „leise“ zu sein.

Leider überträgt sich dieses auch oft in die Wirklichkeit.
Wer kennt nicht die ältere Frau, der es peinlich ist, an der Supermarktkasse lange zu brauchen um die Münzen zu sortieren und die dann um Verzeihung bittend, verschämt in die Runde blickt…

Auch greifen ältere Frauen auch gern zu Kleidung, die sie „unauffällig“ und „gediegen“ macht. Die Auswahl der „gedeckten“ Farben und langweiligen Schnitten bei Mode jenseits von Grösse 40 ist da ja unerschöpflich!
Und wer bis 50 noch keine Diät gemacht hat, wird es spätestens dann tun!
Aber warum das Ganze?
Warum die „flotte“ Omi-Frisur und die „gesunden“ Schuhe?

Nein, ich will das alles nicht! Und ich will auch diese Klischees nicht bedienen!
Ich will mich nicht „altersgemäß“ kleiden und Tauben fütternd auf Bänken sitzen.
Ich will nicht „leise und unsichtbar“ sein!

… und deshalb fahre ich oft mit offenen Autoscheiben über Land und durch Ortschaften  -:  mit Joe Cocker oder „Whiskey in the jar“ in affengeiler Lautstärke!
Was „Junge“ mit Techno können, kann ich „Alte“ doch schon lange!

in diesem Sinne, macht euch SICHTBAR Mädels!

9 Kommentare

  1. Das ist schön gesagt Annelie :-)Ich denke, dass liegt aber zur Zeit noch an der Generation. Früher wurden Frauen entsprechend erzogen und mussten ein bestimmes Bild abgeben. Das Heimchen, dass zu Hause nicht soviel zu sagen hat und vielleicht „klein gehalten“ wird.In einigen Jahren wird dieses Bild wahrscheinlich so nicht mehr sein. Ich hoffe es zumindest, denn auch ich habe nicht vor, mal so zu sein wie du beschrieben hast *ggg*

  2. Hä? Grau? Was das denn?? In drei Jahren werde ich 50. Etwas anderes als knackige Jeans, oder enge Röcke mal mit Converse chucks, oder hohen Schuhen trage ich nicht… und immer flott. Was denn sonst???? Vor zwei Jahren kam mein erstes Tattop, letztes Jahr, entgegen meinen Ärzten ein Piercing….Mir tun zwar auch schon häufiger die Knochen weh, aber immer gegen an…*grins* Man wird nur älter, wenn man sich auch so benimmt….nicht mit uns :-)Allerliebste GrüßeAngela

  3. Y E S!!! Du schreibst mir mal wieder aus der Seele. Gerade am Pfingstsonntag hatte ich noch ein „familiäres Erlebnis“. Ich war ganz glücklich mit meiner neuen Klamotte, die so gar nicht altersüblich daher kam. Röhrenjeans, darüber einen sogen. Hüftschal in rot. Darüber ein tolles Shirt in beige – jetzt kommts aber – mit einem großen applizierten Stern aus Pailletten, der die amerik. Flagge wiedergibt. Darunter ein enges Langarmshirt im gleichen rot wie der Hüftschal. Ebenfalls im gleichen rot die passenden Boots unter der Jeans. Es sah einfach nur Klasse aus. Bei der ersten Begegnung mit dem jüngeren Teil der Familie, erkundigte ich mich, wie denn der (zuvor stattgefundene) Zirkusbesuch war. Antwort: na ja, Zirkus haben wir ja jetzt wohl hier! Offensichtlich wurde an mir das Seniorenflair vermißt. Egal. Also weiter mutig voran. LG Elke

  4. Anne, sicherlich stimmt es für viele Frauen, meine Mutter ist auch so eine, meine Omas, Tanten, etc. ebenfalls. Früher immer in fröhlichen Farben unterwegs, ab einem gewissen Moment gab es dann nur noch Beige oder wenn es hoch kommt mal ein Farbenrausch in Dunkelblau. Reden half nichts, leider. Ich bin da zum Glück anders und werde mit Sicherheit auch noch mit 80 mit roten, blauen oder lilafarbenen Fingernägeln rumlaufen und Kleidung in Knallfarben und Jeans lieben. Wobei da bei meiner Figur schon jetzt Leute große Augen bekommen. Ja, auch wenn man dick ist kann man Farben tragen und wird auf einmal wieder sichtbar. 😉 Ich amüsiere mich an den meisten Tagen darüber, welche Reaktionen man damit so aus vielen Menschen rauskitzelt. Aber ich habe auch junge Menschen gesehen, die wahnsinnig „alt“ sind. In den Niederlanden nennen sie die bestimmte Generation gerne „die Beigen“, das passt auch hier in Deutschland gut, oder? Ich würde mir für alle wünschen, jede würde das tragen, was sie glücklich macht und worin sie sich wohl fühlt. Der Gedanke „frau macht das so, also muss ich das auch“ ist so überflüssig und falsch. Die Hersteller der Kleidung müssten ebenfalls sehr an sich arbeiten, damit man auch in jeder Preisklasse und für jede Konfektionsgröße die Wahl hat. Also, bleiben wir bunt – außen und auch im Kopf! 🙂 Liebe Grüße, Tina

  5. Anonymous

    Wie recht du hast, Anne :-)Aber ich denke, das wir Mädels, die mit Sex und Drugs und Rock’n Roll aufgewachsen sind, mit Santana, Cocker und Smoke on the River – wir werden nie diese grauen Mäuschen sein!Du weisst doch: Brave Mädchen kommen in den Himmel aber wir kommen überall hin …LG Mon@

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